Das Jahr des (inneren) Schwein(ehunde)s*

2019 scheint bei mir das Jahr der Veränderung zu werden. Auslöser dafür ist hauptsächlich, das ich mit meiner Jobumgebung so sehr unzufrieden bin. Ich kämpfe zusätzlich immer mal wieder mit persönlichen Problemen, wieder jeder andere auch, nur schaffe ich es oft nicht, den genauen Grund für meine Unausgeglichenheit zu finden.

Versteht mich nicht falsch, ich mag den Inhalt meiner Arbeit in der Kunstgalerie sehr, ich kann nur einfach nicht damit, wie er organisiert ist. Ich hätte nie gedacht, dass mir sowas mal so wichtig sein kann, aber ich brauche ein geregeltes Maß an Arbeit, um zurecht zu kommen. (Randbemerkung: ein paar Sachen konnte ich selbst organisieren, aber vieles wird von oben geblockt. Es ist nicht so, als hätte ich 2018 nicht versucht, mein Arbeitsumfeld zu verändern.)

Das letzte Jahr über habe ich schon gemerkt, das der Wurm drin ist, aber hauptsächlich darüber gejammert – noch wusste ich genau, was eigentlich das Problem ist. Das führt bei mir zu übermäßigem Jammern. Jetzt weiß ich, was ich tun kann, um das Problem zu beheben, und das jammern wird weniger. Insgesamt ist der große Überplan also, einen anderen Job zu finden. Am besten etwas, das weiterhin mit Schlösser und Gärten zusammenpasst.

Bei Schlösser und Gärten hatte ich umzugsbedingt und wegen des Weihnachtsgeschäfts drei Monate Pause einlegen müssen. In den drei Monaten hat sich das Gerücht bestätigt, dass das Schloss Mannheim ab März 2019 wegen Renovierungsarbeiten bis 2020 geschlossen bleiben wird. Das hat mich zunächst geärgert, da ich den Kurs, von dem ich hier ja schon berichtet hatte, anders angegangen wäre, hätte ich das gewusst. Dann wurde mir jedoch eine Ersatzposition im Schloss Schwetzingen ab April angeboten, die mit meinem Schneiderhobby zusammengeht, weshalb sich das Problem schnell gelöst hat.

Auf sportlicher Seite steht ein Auftritt mit der Tibal-Fusion-Tanzklasse an, und ich weiß jetzt schon, das ich bei dem angekündigten zweiten Auftritt nicht dabei sein werde. Ich tanze seit drei Jahren sehr gern und gehe regelmäßig ins Training, aber ich wollte nie Auftritte haben und jetzt weiß ich auch wieder warum: ich möchte die Zeit für Auftritte einfach nicht aufwenden. Es gilt ein Kostüm für mich passend zu den anderen Tänzerinnen zu machen, es gibt Extraproben und der Auftritt selbst kostet mich wohl ein ganzes Wochenende – ich leide nicht sehr unter Lampenfieber, aber allein der mit Menschen gefüllte Raum und die Aufregung der anderen, die ich spüren kann, wird mich auslaugen. (Ich kenne die Rocking Away the Cold-Hafla als Besucher.) Der Auftritt wird Klasse werden, wir alle stecken da so viel Arbeit rein, aber für mich reicht das erst mal.

Längerfristig steht ein Rechtsstreit mit unserem ehemaligem Vermieter aus, den ich schon seit Dezember versuche weit von mir zu schieben – ich möchte mit der ganzen Sache eigentlich nichts mehr zu tun haben, auch wenn wir warscheinlich im Recht sind. Es laugt mich aus, immer wieder darüber zu sprechen, zu texten und Temine zu haben. Ich möchte nur noch, das die Sache vorbei ist, egal mit welchem Ausgang. (Leider weiß ich, dass wir in absehbarer Zeit keine Ruhe davor haben werden, denn es steht noch eine Abrechnung aus.) Hier arbeite ich an mir, mich da eher wie mein Freund zu verhalten, der das Ganze wenig an sich ran lässt (und sich zugegeben auch sehr viel weniger darum kümmert als die beiden Mädchen aus unserer alten WG). Ich sehe hier aber auch eine große Chance für mich, vielleicht wird mir so die Angst genommen, immer alles hinzunehmen, auch wenn man im Recht ist, nur aus Angst, die Wohnung gekündigt zu bekommen.

Ich habe in den vergangenen Jahren viele Hürden überwinden müssen, vieles davon hätte ich mir vor, sagen wir, 10 Jahren, gar nicht vostellen können. Ich werde besser darin, diese Hürden leichter zu nehmen (und Hürden, dich nicht überspringen kann, einfach sein zu lassen und nicht ständig darüber zu grübeln). Das möchte ich in 2019 weiter führen. Ich habe dieses schon geschafft, da schaffe ich das hier auch noch.

Ganz großes Thema jetzt gerade ist die Wohnung und vor allem putzen und aufräumen. In einer WG mit vier anderen Menschen konnte ich vieles auf andere abwälzen bzw. vieles war durch andere verursacht, das ist in meiner eigenen Wohnung nun nicht mehr der Fall. Mein Freund ist ebenfalls ein ordentlicher Mensch, und zusammen arbeiten wir Schritt für Schritt an der neuen Wohnungseinrichtung. Das wird uns eventuell das ganze Jahr begleiten. Im Moment habe ich Marie Kondo und ihre Methoden für mich entdeckt. Ich gehöre zum Glück nicht zu den Menschen, die die These, durch aufräumen werde mein Leben besser, für das neue Mantra halten, aber ich nehme dennnoch Sortier- und Falttipps sowie eine gewisse Achtsamkeit für meine Dinge mit. Gestern hat jemand zu mir gesagt: „Du hast so viele schöne Dinge.“ und ich habe zugestimmt. Ziel in der neuen Wohnung ist, die Dinge besser zur Geltung kommen zu lassen und mehr zu benutzen. Und vor allem: weniger Neues zu kaufen.

Konsum und Müll ist in meinem Umfeld vor allem in der WG ein großes Thema. Einer meiner Mitbewohner hat vollkommen Recht, wenn er den großen Anteil an der globalen Erwärmung und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten den großen Kooperationen/Firmen zuschreibt. Schuld sind zu großen Teilen deren unsachgemäßer Umgang mit Ressourcen, diebische Geschäftspraktiken und schlicht kriminelle Energie. Mir fallen da auf Anhieb der Dieselskandal, der Glyphosatfall und die durch wirtschaftliche, politische und nicht zuletzt eben durch die globale Erwärmung ausgelöste „Flüchtlingskrise“ ein. Dennoch denke ich, dass auch weiterhin jeder Einzelne seinen Teil tun kann. Bei mir bezieht sich das vor allem auf mein Konsumverhalten: ich versuche schon seit letztem Jahr, nur Sachen zu kaufen, die ich wirklich gut finde (Marie Kondo nennt das „spark of joy“) und von denen ich glaube, dass ich sie brauche und sehr lange benutzen werde. Mein Freund verfolgt diesen Gedanken schon länger, was zur Folge hat, das wir viele teure Sachen haben – davon aber immer nur schönes und ein einziges. Der nächste Schritt wäre nun, sich mehr auf Fair Trade und die Herkunftt der Dinge zu konzentrieren. Wir arbeiten da dran, ich kaufe meine Schuhe nun „made in Germany“, unser Bett ist aus europäischem Holz und ebenfalls in Deutschland hergestellt, sehr viele unserer Küchendinge sind so, dass wir sie warscheinlich für immer haben. Zum Glück habe ich wenigstens auf der Arbeit ind diesem Bereich kein Gewissensproblem, denn das meiste der Waren in der Galerie wird sogar in Baden-Württemberg produziert (weniger Liefer-LKW hat das auch noch zur Folge). Müll scheint sich irgendwie von selbst gelöst zu haben. Biomüll kommt bei uns eh in einen Papierbeutel und wird in die entsprechende Tonne entsorgt, und abgesehen vom Verpackungsmaterial vom Umzug (das glücklicherweise viel Pappe und Papier war und über die entsprechende Sammlung entsorgt werden konnte) produzieren wir beide überraschend wenig Mülll. Restmüll ist unter 6 l in zwei Wochen. Wir werden weiterhin wenn möglich eher unverpackte Lebensmittel kaufen. Das wird zum Glück von den lokalen Supermärkten hier unterstützt, alle bieten Optionen zum selbst abpacken an – sei es als Fleischtheke oder loses Obst und Gemüse.

Nach dem 35c3 habe ich mich gefragt, wo eigentlich mein von meinen Eltern schon gefördertes politisches Engagement hin ist. Ich war als Jugendliche viel auf Demos – teilweise mit meinem Eltern – aber in den letzten Jahren bin ich zwar regelmäßig wählen gegangen, aber das wars auch schon. Zu jeder Wahl gehörte auch, das ich mich informiere, was ich wähle und wen ich wo sehen will (mit der Bundestagswahl hat das übrigens geklappt, mein Abgeordneter sitzt im Bundestag und vertritt meine Ansichten da, wie ich finde, ganz gut). Aber sonst? Ich nehme mir für 2019 vor, wenigstens gelegentlich mal die eine oder andere Sache zu unterstützen, die ich wichtig finde.

Den Kreativitätsschub vom 35c3 möchte ich weiterverfolgen. Momentan hängt es an einer fehlenden Bestellung, aber LED werden hoffentlich in 2019 weiterhin Thema bleiben. (Weniger im Internet bestellen steht nicht auf meiner Liste, da leider die meisten Geschäft ähnliche Öffnungszeiten haben wie mein Arbeitsplatz und ich so schlicht nicht einkaufen gehen kann.)

Und der letzte große Punkt für 2019: mehr bloggen (das klappt ja schon ganz gut). Jede Woche ein Eintrag war utopisch, und manchmal ist es eben nur ein Eintrag im Monat, da oft auch Recherche dazu gehört. Alle zwei Wochen könnte aber realistisch werden. Ich könnte ja auch mal wieder über Bücher schreiben – und vor allem müssen die Einträge ja nicht lang sein. Das wäre wirklich gut für mich.

*2019 ist das Jahr des Schweins

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