Urlaub in Somerset

Ich bin zwar schon seit vier Wochen wieder da, aber ich möchte dennoch ein bisschen von meinem diesjährigen Sommerurlaub berichten. Ich war mal wieder in England, da meine Schwester dort auf ihrem Hausboot lebt. Diesmal war ich nur drei volle Tage dort, aber hatte einen Tag Anreise und einen Tag Abreise, da ich von Karlsruhe nach Bath mit dem Zug gefahren bin. Die Anreise war okay, die Sicherheitskontrolle in Brüssel hat etwas genervt, aber im Großen und Ganzen kann ich Zugfahren nur empfehlen. Und so viel länger als fliegen hat es auch nicht gedauert (ca. 1 Stunde länger insgesamt), Zeit ist also kein Argument mehr.

Der Bristol-Avon am morgen. Unter der Böschung verstecken sich Hausboote.

Am ersten Tag habe ich mit Sophie von ihrem Boot aus eine Wanderung rund im Saltford gemacht. In diesem Urlaub hatte ich endlich mal englisches Wetter mit regelmäßigem Regengüssen. Das war nach der ganzen Hitze im Rheintal eine angenehme Abwechslung, hat aber auch ein wenig genervt, denn wie sich herausstellte waren meine Schuhe eben doch nicht wasserdicht. Und mein Rücksack durfte sich öfter als geplant unter der extra dafür mitgebrachten Plastiktüte verstecken, der war von vornherein nicht wasserdicht. Aber die Wanderung war dennoch sehr schön, wir haben viele Tiere gesehen, viel Natur und ein Römisches Fort.

Englische Tiere, die sich von selbst so malerisch auf ihre Weide gestellt haben.
Das römische Fort, das eigentlich nur noch aus den Wällen bestand. Die Trockensteinmauern wurden später auf die Wälle gesetzt. Man konnte vor allem im Inneren des Fort gut erkennen, das hier mal Römer waren. Während die Wege sich sonst eher schlängeln, war hier alles wie mit dem Lineal gezogen.

Das Titelbild ist übrigens auch von dieser Wanderung, es zeigt ein Panorama über den Kelston Round Hill.

Am zweiten Tag sind wir mir dem Fahrrad nach Bath gefahren. Ich wollte gern in das William Herschel Astronomy Museum, da ich zwar wusste, das Herschel mit seiner Schwester Caroline in Bath gelebt hat, aber nicht, dass es ein Museum gibt. Das hatte ich erst bei meinem letzten Besuch in Bath herausgefunden. Deshalb wollte ich das jetzt nachholen. Das kleine, aber feine Museum ist sehenswert, es gibt sowohl eine Hauseinrichtung zu sehen, die darstellt, wie die Herschels gelebt haben, aber auch viele astronomische Instrumente und viele Informationen zu den Entdeckungen von Wilhelm und Caroline Herschel.

Herschel hat 1800 das Infrarotlicht mit einem Prisma wie diesem entdeckt.
Sophie und ich waren auch so in Bath unterwegs, hier eine Ansicht der Pulteney Bridge.

Nach meinen liebsten Sandwiches im Green Bird Café wollte ich gern noch in das Museum im Royal Crescent No. 1, das ich erst auf einem Flyer im Herschel-Museum entdeckt habe. Es war ziemlich stürmisch und regnerisch an dem Tag, und obwohl Sophie nicht jedes Museum von innen sehen muss, sind wir zusammen hingegangen.

Die Bilder sind etwas verschwommen, da man, natürlich, nicht mit Blitz fotografieren durfte. Hier das „Wohnzimmer“.

Nachdem man seine 12 Pfund Eintritt pro Kopf abgegeben hat (eins der teuersten Museen, in denen ich in England je war), bekam man zuerst das Wohnqartier des Bewohners der georgianischen Zeit, Henry Sandford, zu sehen. Ja, das ganze Haus war nur für diesen einen Mann und gelegentlich seine Schwiegertochter eingerichtet! Als Teil des irischen Parlamentes muss Sandford irgendwie durch Handel zu Geld gekommen sein, und wenn ein Museum das nur so vage beschreibt, dann war das oftmals Sklavenhandel…. Aber Sophie und ich sind uns da nicht sicher, deshalb muss da so stehen bleiben. Die „upstairs“ Wohnquartiere waren jedenfalls modisch in ihrer Zeit hergerichtet und hübsch, aber der beste Teil war „downstairs“: Die Dienerschaftsquartiere!

Das Zimmer der Haushälterin im Keller.

Ich habe, als Kontrast, nur mal das Zimmer der Haushälterin eingefügt. Es gab auch noch zwei komplette Küchen, einen Essensaal, eine Vorratskammer und einen genrellen Haushaltsraum mit Brunnen und Bügelstation zu sehen. Sehr viel interessanter als „upstairs“, denn dieser Teil des historischen Lebens wird in Museen sehr oft ausgespart.

An meinem letzten Tag in Somerset ist Sophie mit mit nach Clevedon gefahren, endlich mal den viktorianischen Clevedon Pier angucken. Das Wetter war wieder recht wechselhaft, aber den schlimmsten Regen hatten wir, als wir im Bus von Bristol nach Clevedon saßen. Danach war es nur noch sehr windig.

Sophie und ich sind mit dem Rad nach Saltford zur Bushaltestelle gefahren, hier ein Landschaftsbild bei gutem Wetter mit Trockensteinmauer.

Clevon mochte ich, auch wenn Sonntags die meisten Geschäfte bis auf Cafés und einem Buchladen geschlossen hatten. Der Pier selbst ist sehr hübsch, es gibt auch ein kleines Museum zur Geschichte des Piers. Man kann dank einer Plakette am Ende des Piers die Cargoschiffe identifizieren, die nach Cardiff oder Bristol unterwegs sind.

Clevedon Pier bei Ebbe. Der Strand besteht wie so oft in England aus Kieseln, hübschen Kieseln.
Es war ein Angelwettbewerb auf dem Pier im Gange.

Sophie wollte gern schwimmen gehen und ich wollte ans Wasser, also sind wir zur Ladye Bay gelaufen. Da ist es echt hübsch! Nicht direkt ein Geheimtipp, aber Platz genug für alle Besucher. Dort kam fast Sommerurlaubsfeeling auf! Sophie konnte wegen der hohen Wellen dann doch nicht richtig schwimmen gehen, aber ich konnte Steinchen sammeln und meine Füße ins Wasser halten. Und die Sonne schien.

Ladye Bay an einem malerischen Tag. Aus der Wolke im Hintergrund hat es ab und an auf dem Wasser geregnet, aber sie blieb auf dem Wasser.

Wieder einmal ein sehr schöner Urlaub in Somerset. Auf dem Rückweg habe ich noch einige Stunden in London einen Stopp eingelegt, um in Kings Cross beim Gleis 9 3/4 einkaufen zu gehen. Dann fuhr auch schon mein Eurostar nach Köln.

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