Über Hobbys (nein, nicht Hobbits)

Fangen wir mit den Grundlagen an:

„Ein Hobby (deutscher Plural: Hobbys) ist eine Freizeitbeschäftigung, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt, die dem eigenen Vergnügen oder der Entspannung dient und zum eigenen Selbstbild beiträgt, also einen Teil seiner Identität darstellt. Das Wort „Hobby“ ist vom englischen hobby horse abgeleitet, das mit „Steckenpferd“ in beiden Bedeutungen – Kinderspielzeug und Freizeitbeschäftigung – übersetzt wird. Das hölzerne Steckenpferd trägt seinen Reiter nirgendwohin, weil es in den Händen gehalten wird, entsprechend erwirtschaftet das Hobby kein Einkommen und ist kein Beruf.

Beispiele für verbreitete Hobbys sind Aktivitäten wie Sammeln, Handarbeiten, Basteln, Modellbau, Sport, Kunst oder Weiterbildung.“

Sagt Wikipedia, aufgerufen am 21.04.2020 um 10:57 Uhr.

Ich mache mir, jetzt, wo ich so viel Freizeit habe, immer mal wieder Gedanken über Hobbys. Was für schräge Hobbys Leute haben (lebende Tiger sammeln?!?) und warum Leute Hobbys aufgeben und andere anfangen.

Von mir aus gesehen sieht das so aus: Als Teenager waren meine Hobbys Gitarrenunterricht, Gesangsunterricht, Kunst-AG, lesen und basteln. Außerdem hatte ich Haustiere. Heute mache ich davon noch: Lesen und basteln. In meinen frühen 20ern hatte ich lesen und nähen als Hobbys und habe auch ab und an Gitarre gespielt. Heute nähe ich noch, lese noch und meine Gitarre steht nur noch dekorativ herum. Dafür mache ich Yoga, habe wieder Haustiere und habe begonnen, ein Bullet Journal zu führen (das fällt ein bisschen unter basteln). Insgesamt bewegen sich meine Hobbys alle im kreativen Bereich, und das schon immer. „Basteln“ habe ich als Buchbinderin zu meinem Beruf gemacht. Wie oben steht: ein Hobby ist kein Beruf und erwirtschaftet kein Einkommen. Damit wäre ich hier den Schritt vom Hobby zum Beruf gegangen.

Und hat mich das glücklich gemacht? Überraschenderweise finde ich erstmal keine Studien zu diesem Thema, jede Menge Studien dazu, welche Hobbys beliebt sind, welchen psychologischen Einfluss Hobbys haben, aber nichts, ob ein Hobby zum Beruf machen eine gute Idee ist. Ausgerechnet Bento hat einen Artikel dazu, in dem es heißt:

„Ich glaube, wenn man von etwas leben muss, verändert das am Ende auch das Produkt. Weil man es an den Markt anpasst und nicht mehr macht, was man eigentlich will.“ sagt Fabian.

Neben vielen anderen Gründen, wie, dass man ehrenamtlich etwas Gutes tun möchte, finde ich diesen Grund ganz nachvollziehbar. Ich habe meine „Bastelei“ zum Beruf gemacht, und irgendwie nahm mir das den Spaß – hochwertige, über lange Zeit gefertigte Bücher kauft keiner, aber in kleinen Serien gefertigte Bücher mit weniger Arbeitsaufwand und daher geringerem Preis schon. Aber machen möchte ich Bücher in der ersten Kategorie. Also, nein, so richtig glücklich hat mich das nicht gemacht.

Dafür macht mich nähen glücklich. Manchmal fühlt sich das an wie Arbeit, weil Teile des Nähens „gemacht werden müssen“ – ich hasse, hasse, hasse zuschneiden. Aber wenn ich über den Punkt drüber bin macht es Spaß. Ich hadere hier immmer wieder mit mir, was ich mit meinen ganzen Nähprodukten machen will, denn selbst tragen ist irgendwie vom Tisch. Aber verkaufen….? Siehe oben.

Warum Leute ihre Hobbys wechseln: in meinem Fall bin ich aus manchen Hobbys einfach rausgewachsen. Die Musik fühlte sich oft nach Pflicht an, ich bin aber froh, das ich ein Instrument lernen konnte. Singen war eher Therapie als Talent, und das habe ich auch mit Beginn der Abizeit aus Zeitgründen aufgegeben – und es nie vermisst. Derzeit wachse ich aus dem Tanzen heraus. Ich habe vier Jahre lang Tribal Fusion getanzt. Angefangen hatte ich das in einer Zeit, in der ich arbeitslos war, damit ich eine sanfte Form von Bewegung mache. Aber nach einigen Jahren kamen dann die ersten Auftritte, und das liegt mir irgendwie gar nicht. Zur Zeit ist Tanzen als Gruppe in einem Raum nicht erlaubt, und ich habe es nicht ein einziges Mal vermisst. Ich mag nicht verpflichtend ins Tanzstudio gehen müssen. Andere Leute geben ihre Hobbys aus Zeitgründen auf, das kann ich auch verstehen, denn zwischendurch fiel mir das Tanzen schwer, weil ich nach neun Stunden Arbeit auch noch Tanzen gehen „musste“. Manchmal ist die die Energie für die schönen Sachen eben auch aufgebraucht.

Was die Art der Hobbys angeht: hier habe ich eine (verlässliche oder nicht) Statistik gefunden, die besagt, das im Garten arbeiten das beliebteste deutsche Hobby ist. Shopping ist Platz zwei. Wie „einkaufen“ ein Hobby sein kann, verstehe ich persönlich nicht, aber jedem das seine. Basteln landet auf Platz 11, noch vor Yoga. Mich wundert, das Jagen in dieser Statistik überhaupt noch auftaucht. Insgesamt sehe ich vor allem im oberen Bereich mit „zum Essen ausgehen“ und „einkaufen“ Dinge, die ich irgendwie nicht als Hobbys beschreiben würde. Fehlt nur noch, dass „Instagram“ da als Hobby auftaucht.

Was mich zu der Frage bringt die sich andere auch schon gestellt haben: Warum haben manche Menschen keine Hobbys? Anscheinend gibt as dafür viele Gründe: in der Kindheit von den Eltern zu Hobbys gezwungen werden ist einer (und diese dann natürlich nicht mehr zu mögen), ein anderer Zeitmangel, wieder andere führen den Wunsch nach Flexibilität an, „das kann ich doch nicht“ und gar nicht mit einem Hobby anfangen, oder oder oder. Ich finde Menschen ohne Hobby auch ok, aber manchmal etwas schwierig, denn ich empfinde solche Menschen als eindimensional. Aber das ist nur meine Meinung.

Insgesamt sind Hobbys ein Weg, und nicht unbedingt ein Ziel. Hier ist noch ein anderer schöner Artikel zu diesem Thema. Ich freue mich über Kommentare, was meine Leser so als Hobbys hatten und warum, und welche Hobbys ihr heute so ausübt!

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