Schokoladenmädchen Finale

Ich habe mir ein Stativ gekauft. Deshalb ohne viele Worte einige Fotos vom Schokoladenmädchen mit mir in Jacke und Kleid drin.

Zwei Dinge: Ich habe die Fotos im warmen Nachmittagssonnenlicht gemacht, weshalb ich den kühlen Farbton des Pastells nicht ganz treffen kann (ich mag das warme Licht aber sehr). Und Jacke und Rock sind immernoch farblich umgekehrt, aber je länger ich mich mit den Bildern beschäftigte, desto weniger stört mich das. Vielleicht gab es auch solche Schokoladenmädchen.

Links: Stephanie, 2020, Handyfoto und Bearbeitung mit Krita. Rechts: Jean-Étienne Liotard, Das Schokoladenmädchen 1774, , Pastell

Ich stelle mir Nandl mittlerweile als freches Mädchen, aber gut in ihrer Arbeit als Kaffeehausbedienung vor. Nandl war bestimmt nicht schüchtern, hat sich aber an die geltenden gesellschaftlichen Regeln ihrer Zeit gehalten. Leider weiß die Geschichte nichts genaues von Nandl oder Anna.

Übrigens trägt das Schokoladenmädchen all dies hier:

Jacke, Rock, Unterrock, Taschen, Pokissen, Schnürbrust, Unterhemd, Haube und Schürze.

Das Darunter sieht so aus (und ich liebe, dass das prinzipiell ein Unterwäschefoto von mir ist, aber niemand da so warnehmen wird!):

Die Schuhe sind ein nur ersatzweise da, ich besitze ein helles Paar Theaterschuhe in der korrekten Form. Diese sind nur gerade in einer anderen Stadt. Die roten Schuhe mussten jetzt ausreichen.

Ich hoffe, dass sich irgendwann eine Gelegenheit ergibt, dieses Kleid auch gebührend auszuführen (ich denke da an einen Kaffeehausbesuch)!

Schokoladenmädchen 3

Teil 1 der Geschichte und Teil 2 sind hier und hier zu finden.

Und es ist fertig! Ein Gutes hat das ganze Kurzarbeiten und daheim bleiben ja, dieses Projekt war überraschend schnell fertig. Alles neue (außer der Jacke) ist handgenäht, und handnähen dauert wohl doch gar nicht so lang, wie ich anfangs dachte. Mein Youtube-Video-Konsum ist leider damit sehr in die Höhe geschnellt. Ich habe manche Tage bis zu 3,5 Stunden Video geschaut, aber das waren auch die Tage, an denen ich mit der Hand genäht habe. Da ist ein bisschen Unterhaltung hilfreich.

Jedenfalls folgt hier nun das fertige Schokoladenmädchen – reverse, und irgendwann werde ich Fotos nachreichen, auf denen ich das ganze Outfit trage und ein Tablett halte. Das ist gerade aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich.

Die Profilansicht, wie sie auch auf dem Pastell zu sehen ist. Die Haube schaut etwas traurig aus, wenn da kein Kopf drin ist!

Ich mag tatsächlich die Schürze doch sehr gern, der weiße Baumwollstoff ist gerade durchscheinend genug. Die Farben sind auf dem Pastell eher matt und gedämpft, aber zum einen ist es eben ein Pastell, zum anderen sind die Kleidungsstücke des Schokoladenmädchens nicht mit modernen Farben gefärbt worden. Ich mit den bunten Farben zufrieden.

In der Frontansicht kann man gut sehen, das die Schürze, wie erwähnt, nicht voll genug ist, aber dünn genug, um Jacke und Rock durchscheinen zu lassen.

Es fehlte am Gesamtbild ja nur noch die Haube. Die Seide dazu war ja schon eingetroffen, nur hatte ich nicht bedacht, das ich für den vorderen Haubenstreifen festes Material brauchte. Da einfach so in den Stoffladen gehen an dem Tag noch keine Option war habe ich mich für einen festen Karton entschieden, den ich noch da hatte. Das gleiche gilt für die Spitze, die nicht füllig genug ist und eventuell nochmal überarbeitet wird – obwohl mir die Spitze an sich gefällt. Das blaue Band musste ich dann auch noch bestellen, da ich nur grünes Band hatte.

Eine Nahaufnahme der Haube im Profil.

Die Haube war dann leider doch kein Projekt, dass ich aus vorhandenem Material bestreiten konnte. Da ich nicht gut im Hauben machen bin und auch keinen Spaß daran habe, bin ich aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden! Mit einem Dutt, wie ihn das Schokoladenmädchen wohl drrunter trägt, formt sich meine Haube wie im Pastell von Liotard wiedergegeben. Das blaue Band ist übrigens ausreichend, um die Haube am Kopf zu halten, keine Nadeln notwendig. Daher ist das Band auch lose.

Damit ist das nächste große Nähprojekt fertig! Ich hoffe, dass ich es irgendwann ausführen kann.

Der Wonnemonat – Zum Namen des Monats Mai

Für mich hat der Mai bisher eine besondere Bedeutung gehabt: Im Mai findet in Leipzig das Wave Gotik Treffen statt, und in dessen Rahmen ein kleiner Mittelaltermarkt namens Wonnemond. Das Wort habe ich vor langer Zeit schon nachgeschlagen und weiß daher, das Wonnemond einer der alten Namen des Mai ist. Karl der Große gab im 8. Jahrhundert dem Monat seinen Namen, eigentlich althochdeutsch wunnimanot. Dies bedeutet eigentlich Weidemonat, bezeichnet also den Monat, in dem man das Vieh wieder auf die Weide treiben kann. Somit dreht sich im Mai alles um den Beginn des Frühlings.

Auch die Römer gaben dem maius einen Namen, der sich auf den Lauf der Jahreszeiten und das Bauernjahr bezog. Im Mai wurden der Göttin Maia Opfer dargebracht, welche als Attrribut ein Füllhorn tragen kann. Der Mai war einmal der dritte Monat und ist nun der fünfte Monat.

Am 1. Mai findet der internationale Feiertag der Arbeiterbewegung statt. Für die katholische Kirche ist der Mai der Monat der Marienverehrung. In bestimmten Gegenden ist das Aufstellen eines Maibaumes Brauch.