Ziele und Pläne 2019 und 2020

Wenn Tiffany Ferguson schon im November ein Video zum Thema „Goals“ machen kann, dann kann ich das ja wohl auch. Es ist das einzige Thema, zu dem ich derzeit etwas zu schreiben habe, denn: Ich habe einen neuen Job. Die Anfangsphase in einem neuen Job ist immer stressig, aber diesmal ist es extra schlimm, denn die Firma zieht seit Anfang Oktober um. Und ich habe Anfang Oktober bei boesner angefangen. Ich kenne also meinen neuen Job nur in einem anhaltenden Status von Chaos. Wenn ich die Winteröffnungszeiten (jeden Tag 10-19 Uhr), die ich noch bis zum 1. April durchhalten muss, dazu addiere, bleibt nicht mehr viel Raum für Kreativität außerhalb des Jobs. Innerhalb kann ich was mit meinen Händen machen, seit etwa zwei Wochen habe ich auch eine halbwegs ausgestattete Werkstatt, in der ich als Einrahmerin arbeite.

Damit bin ich schon mitten im Thema: Meine Liste für Ziele für 2019 sah so aus:

  • keine Kurse/Schulungen etc.
  • 3 Wochen Urlaub
  • nur dezent neuen Job suchen
  • nur ein Festival (WGT)
  • 1x Urlaub bei Sophie
  • kein Umzug/keine Anschaffungen

Abgehakt ist der neue Job. Ich habe in dem Moment, in dem ich nicht mehr versucht habe, einen Job im Museum zu bekommen, die Stellenanzeige für boesner von einer zukünftigen Kollegin überreicht bekommen. Als Einrahmerin kann ich in meinem ersten Beruf, oder wenigstens nah an meinem ersten Beruf, Buchbinderin, arbeiten. Dann soll es so sein. Bericht vom neuen Job: siehe oben.

Keine Kurse/Schulungen bezog sich auf den Stress, den der Schlossführerkurs bei Schlösser und Gärten in meinem Leben verursacht hat. Mir wurde geraten, entweder vollzeit zu Arbeiten *oder* den Kurs zu machen, und ich habe trotzdem beides versucht. Den Kurs habe ich auch abgeschlossen, aber wirklich Führungen im Schloss Mannheim geben war zeitlich nicht zu schaffen und ich habe Ende Januar dann auch aufgegeben. Zum Glück. Finanziell war diese freie Mitarbeit nicht notwendig, und danach hatte ich Zeit für andere Dinge in meinem Leben, die ich immer noch als wichtiger empfinde als diesen Job. Das war also in 2019 mein Ausflug in die Welt der Schlösser und Gärten.

Ich habe dennoch einige Online-Kurse gemacht, beim bekannten Skillshare. Da habe ich ein paar Ideen für diesen Blog bekommen und auch hilfreiche Anleitungen, dazu weiter unter mehr.

Drei Wochen Urlaub hatte ich, wenn ich alle Urlaubstage zusammenzähle, die ich nehmen konnte. Pfingsten waren etwa fünf Tage, und dann im August nochmal zwei Wochen. Hie und da noch einzelne Tage. Drei Wochen *am Stück* ist für 2020 das Ziel, da ich mit dem neuen Job deutlich mehr Urlaubstage bekommen habe und auch ein sinnvolles Zeiterfassungsystem, über das ich Urlaub beantragen kann.

Einmal Urlaub bei Sophie hat geklappt, dazu gibt es einen kleinen Bericht hier zu lesen. Für 2020 ist bisher kein Urlaub, der wegfahren beinhaltet, geplant.

Kein Umzug war leicht, ich bin ja erst 2018 mit meinem Freund zusammen gezogen. Keine Anschaffungen…. Ich wollte mir 2020 ein neues Handy kaufen, da mein altes schon länger ein gesplittertes Display hatte. Dann fing selbiges Telefon aber an, andere Probleme zu bekommen (Akku hält nur noch einen Tag bei normaler Nutzung, wird sehr heiß an der Ecke, an der es gesplittert ist….) und es wurde früher Zeit für ein neues Gerät. Ich wollte, nach der Erfahrung mit dem Elephone, gern eins, bei dem ich kaputte Teile austauschen kann. Und das idealerweise keinen so hohen Impact auf die Umwelt hat wie mein altes Elephone. Es wurde dann ein Shiftphone 5 me, das nach acht Wochen Lieferzeit gestern kam. Ganz neue Erfahrung, keine Risse im Display zu haben! Sollte ich doch wieder welche bekommen müsste sich das Display austauschen lassen. Aber ich habe das Handy gut in eine Hülle verpackt, damit das gar nicht erst passiert. (Sehr teuer war das Handy auch.)

Für 2020 sieht die Liste bisher so aus:

  • Blog umziehen zu eigenem Hosting
  • M’era Luna
  • Festival Mediaval

Ja, ich möchte diesen Blog gern umziehen. Es gibt eine von mir optisch sehr angepasste Version dieses Blogs in html, die ich lieber benutzen möchte als dieses Template hier. Wie ich das hosting mache weiß ich nicht so genau, habe ein paar grundlegende Dinge schon bei Skillshar entdeckt.

Statt dem WGT wird es nächstes Jahr hoffentlich das M’era Luna. WGT ist 2020 nicht drin, da meine Familie Karten für das Rammstein-Konzert in Stuttgart am Tag nach Pfingstmontag hat. Nach Leipzig zu fahren für ein paar Tage, um dann gleich mit der ganzen Familie noch am WGT-Montag wieder nach Karlsruhe zu fahren ist finanziell, zeitlich und irgendwie auch räumlich nicht zu machen, zumal das Stückchen nach Stuttgart ja auch noch irgendwie bewältigt werden muss. 2020 ist es also Rammstein statt WGT! Ich freue mich sehr darauf, das ist der dritte Versuch, meinen Vater zu seiner Lieblingsband zu bringen.

Das Festival Mediaval kenne ich noch nicht, habe es aber noch einem sehr lieben Freund ans Herz gelegt bekommen. Das plane ich also erstmal nur ein und lasse mich dann überraschen, was es da so gibt!

Weitere Ziele für 2020 sind:

  • mehr als 1500 Euro Einkommen netto
  • einen Sport mehr machen
  • zweimal im Jahr zum Frisör gehen
  • Müll reduzieren, bewusster einkaufen
  • eventuell einen neuen Laptop kaufen

Am Einkommenziel bin ich nach dran: 36 Euro fehlen noch. Das Ziel kam zustande, nachdem ich von einem Notizbuch auf eine App zum tracken meines Kontostandes umgestiegen bin. Dort konnte ich besser sehen, wieviel Geld ich für was ausgebe, und so kam ich darauf, dass ich von 1500 Euro gut leben könnte.

Einen Sport mehr mache ich in 2019 schon, ich mache seit einem Monat Yoga zusätzlich zum Tribal Fusion. Leider ist die körperliche Belastung von der Arbeit plus Radfahren plus zweimal die Woche Sport besonders im Winter eigentlich zu viel, noch dazu die Winteröffnungszeiten: ich werde Yoga bis April unterbrechen und dann im Sommer wieder aufnehmen, nur um dann November 2020 wieder zu unterbrechen. So könnte es klappen.

Meine Haare sind jetzt kürzer! Viel kürzer! Damit das so bleibt, muss ich eben ab und an zum Frisör zum nachschneiden gehen. Sechs Monate sind bei mir etwa 6 cm Wachstum, also muss ich alle sechs Monate gehen.

Müll reduzieren und bewusster einkaufen war 2019 ja schon großes Thema, da möchte ich einfach weiter machen. Im Moment hänge ich ein bisschen durch, gerade mein Essen in der Mittagspause ist oft schön einzeln in Plastik verpackt. Idealerweise bekomme ich einen Rhythmus zustande, der vorgekochtes Essen für die Mittagspause beinhaltet.

Der neue Laptop ist eigentlich nicht nötig, weshalb er da mit „eventuell“ aufgeführt ist. Der, auf dem ich gerade schreibe, ist sieben Jahre alt und hat außer einer ersetzten Festplatte nur ein kaputtes Trackpad (welches ich ohnehin nicht benutze). Es gibt noch keine nachaltigere Version eines Laptops. Deshalb werde ich diesen Kauf wohl wirklich erst tätigen, wenn der aktuelle Laptop gar nicht mehr funktioniert. Spiele, die ich öfter spiele, laufen auf diesem Laptop hervorragend.

Und damit hätte ich eine schriftliche, öffentliche Aufführung von Zielen für 2020. Ich werde sehen, wie viele ich erreiche, aber ich setze meine Ziele in der Regel so, dass ich sie auch erreichen kann und auch mit Schritt-für-Schritt-Ideen, wie das von statten gehen kann. Nächstes Jahr lesen wir uns am hoffentlich am neuen Ort zum selben Thema wieder!

Ausstellungseröffnung Karlsruher Künstlerbund: Künstler-Steinzeichnungen

Gestern war ich auf einer Ausstellungseröffnung. Dank der freundlichen Einladung der beiden Sammler, Herr Mayer und Herr Boeddinghaus, durfte ich als Einrahmerin die Sammlung einmal „in Aktion“ sehen. Was als Pflichttermin begann wandelte sich schnell in Spaß um. Zu sehen gab es Steinzeichnungen von Künstlern des Karlsruher Künstlerbundes, also viele Künstlerlithografien. Und diese waren es auch, die im Hauptfokus der Ausstellung standen – völlig zu Recht, denn ich habe selten so eine schöne Leuchtkraft und Lichtwirkung wie in vielen der Bilder gesehen! Auf die Lithographien war der Fokus gesetzt, demzufolge waren Ölbilder jeweils untergeordnet auf Staffeleien hinzugefügt. Das passte auch perfekt, denn die Ölbilder verfügen nicht über die gleiche Leuchtkraft wie die Lithographien. Das ist nicht falsch zu verstehen, ich mochte die Ölbilder, nur fehlte ihnen eben die Leuchtkraft der Lithografien.

Hier der Flyer für die Ausstellungseröffnung mit ein wenig mehr Info zum Künstlerbund.

Es war außerdem eine der best besuchten Ausstellungseröffnungen, auf der ich je war. Um nicht zu sagen: Es war richtig voll! Und das trotz 37°C-Wetter. Das macht natürlich Spaß, wenn man noch mehr Leute hat, mit denen man sich über Kunst unterhalten kann. Ich hatte mir außerdem meine Arbeitskollegin und meine Praktikantin mitgebracht, sodass wir eine kunstverständige Truppe waren. Herr Mayer war so freundlich, uns extra sein Büro zu zeigen, das vor wunderbarer Kunst schier platzt. Leider konnten wir uns nicht verabschieden, da wir nicht unhöflich ins Gespräch einfallen wollten. Ich habe schon sehr lange keine Ausstellungseröffnung mehr erlebt, die mir so viel Freude gemacht hat.

Leider habe ich keins der leuchtenden Bilder online finden können und kann daher nur mit meinem zweitliebsten Bild aufwarten, von dem gerade ein anderes Exemplar auf Ebay versteigert wird:

Walter Conz: Schlosspark, Lithografie, ca. 1920.

Zum Schluss noch ein Hinweis: hier gibt es einige Lithografien zu sehen, die zumindest eine Idee des Leuchtens vermitteln, von dem ich oben schrieb.

Es passiert nichts, aber es ist viel los

*Die Links in diesem Beitrag sind unbezahlt und von mir gesetzt!

Eigentlich hebe ich mir ja immer bestimmte Themen oder Ereignisse für den Blog auf. Diesen Monat hatte ich aber weder eine Idee noch ein Thema. Dabei habe ich mich mit so vielen Dingen beschäftigt! Darum soll es heute hier gehen – nichts passiert, aber viel los.

Mein letzter Artikel „Was ich nicht mehr kaufe“ ist dann doch nur die Spitze des Eisbergs gewesen. Was Anfang des Jahres mit Marie Kondo angefangen hat setzte sich mit der Entdeckung von Minimalismus als Lebenskonzept, Nachhaltigkeit und am Ende dann sogar Zero Waste fort. Youheum wurde eine große Inspiration, nicht nur eine Resource. Ihre Beiträge betrachte ich allerdings mit einem Funken Vorsicht, denn ich halte offen gesagt nichts vom Healing Code und EFT. Den Healing Code finde ich schlicht gefährlich. Methodisch Inkorrekt, der Wissenschaftspodcast, hat eine Kategorie „Schwurbel der Woche“, in den ich für mich persönlich alles derartige von Youheum einordne. That said: Der Rest ihres Blogs, Podcasts und Videos ist sehr gut! Viele Tipps zur Nachhaltigkeit, Minimalsimus als Lebensstil und generell einiges an Lebensweisheit. Den letzten Monat habe ich mich also hauptsächlich damit beschäftigt.

Gleich nach dem letzten Eintrag war dann die Gulaschprogammiernacht des Entropia e.V., bei der ich Samstag war und wieder viel gelernt habe. Ich kann mich immernoch nicht selbst überreden, die Frauen mit den Nähmaschinen anzusprechen, da möchte ich doch so gern mit machen! Ich hab sogar selbst was auf der GPN produziert:

Einfaches Stickbild des Sternbildes Kassiopeia mit LED.

Das WGT kam und ging das folgende Wochenende. Zum Thema Kostüme hatte ich mich ja schon hier geäußert. Beim Szeneblog Spontis gab es dann eine erwachsene, offene Diskussion zum Thema, an der ich mich ebenfalls beteiligt habe.

Eine ganz wichtige Errungenschaft für den Sommer wurde das folgende Wochenende installiert: Fliegengitter! Wir sind ja umgezogen, wie ich hier schrieb, und da wir einmal quer durch die Stadt nach Westen gen Rhein gezogen sind und dieses Jahr die Schnakenbekämpfungshubschrauber beide havariert waren, erwarten wir einen große Plage. Ob das chemische Bekämpfen der Schnaken ökologisch sinnvoll ist bezweifle ich, aber nicht jeder mag sich Fliegengitter installieren. Bisher haben die Gitter vor allem gegen die Wanzen geholfen, die jetzt außen drauf sitzen und rein gucken. Nehmt das, ihr Stinkwanzen!

Ich war tatsächlich mal wieder in einem Club. So nachts und mit tanzen. War ganz gut, auch meine Freunde hatte ich eine Weile nicht gesehen. Ich mag nicht mehr so viel Alkohol trinken und auch nicht mehr so lang bleiben, das ist wohl so ein Altersding – oder ich setze meine Prioritäten einfach anders? Bis 2 Uhr wars auf jeden Fall ganz gut.

Im Geschäft habe ich derzeit eine Schulpraktikantin. Ich hatte noch nie eine Praktikantin, ich war immer selbst die Praktikantin, deshalb gebe ich mir größte Mühe, dass sie einen Mehrwert aus dem Praktikum mitnimmt – wie Dinge gemacht werden, generelle Arbeitswelt, beantworten aller Fragen. Außerdem muss sie keinen Kaffee kochen und spült auch nur Geschirr, wenn sie Lust hat. Meine Praktikantin ist nicht da, um Pumpelarbeiten zu machen, sondern um was zu lernen!

Was ich als wöchentliche Gewohnheit eingeführt habe ist einmale die Woche zusätzlich zum Tanzunterricht Yoga zu machen. Derzeit noch mit einen Youtube-Video, aber im kommenden Semester möchte ich endlich einen Kurs an der Volkshochschule besuchen. Darauf spare ich ein wenig, auch wenn ich von finanzieller Seite nicht in Panik geraten muss, denn ich bekomme eine Gehaltserhöhung!

Mein Handy ist kaputt gegangen. Na ja, es funktioniert noch, aber ich habe das Display gesplittert (man nennt es auch Spider App, weil es aussieht wie ein Spinnennetz). Leider wird das Handy bei längerer Benutzung an der gesplitterten Stelle sehr heiß. Das ist zum einen gut, weil es meine Handynutzung einschränkt, aber auch doof, weil mein Handy mein wichtigstes Gadget ist. Ich spare für 2020 auf ein neues Handy, ein modulares, halbwegs fair und ökologisch produziertes Telefon. Das wird teuer, deshalb muss ich sparen.

Der Ausblick für den Rest des Sommers ist durchaus positiv. Ich habe mehrere Mittelaltermärkte im Kalender stehen, und dann noch eine kleine Reise nach England – diesmal mit dem Zug, was ein Abenteuer in sich ist. Wandern gehen möchte ich auch – die kommenden Monate werden also bestimmt gut!

Was ist eigentlich Kunst?

Ich brauche eine Freundin. Alle meine Freunde sind Jungs, und irgendwie scheinen sich Mädchen eher für Dinge wie die obige Frage zu interessieren. Das gesagt möchte ich eine Unterhaltung wiedergeben, die ich mit meiner Arbeitskollegin Simone hatte. Simone ist 14 Jahre älter als ich, und würden wir nicht eh 8 Stunden die Woche gemeinsam verbringen wäre ich gern mit ihr befreundet. (Auch wenn wir uns ohne die Arbeit nie kennen gelernt hätten.) Manchmal hebe ich mir Themen auf, über die ich Simone mal befragen will, denn sie hat immer noch eine Idee oder einen anderen Blickwinkel auf die Dinge. Diesmal hat sie von einer Theateraufführung erzählt, in der auch gefragt wurde: „Was ist Kunst?“. Und da haben wir beide, sitzend zwischen Kunst in einer Galerie, überlegt. Ich kann nur sagen: ich habe 13 Semster lang Kunstgeschichte studiert und ich habe keinen Schimmer, was Kunst ist. Mein Lieblingssatz ist aber „Das kann ich auch“, und Simones Antwort darauf war „Du hast es aber nicht gemacht“, was Stichpunkt eins ist: die Idee dahinter. Sei es nun eine Bildidee oder ein Theaterstück, eine erklärbare Idee ist das erste, was etwas zu Kunst macht. Kann der Künster/die Künstlerin das ganze dann auch noch handwerklich sinnvoll umsetzten, im Falle vom Theater ist das dann etwas offener, je nach Schauspielern/Regisseuren/Regieassistenten/…, dann wirds langsam richtig kunstvoll. Hat die betreffende Künstlerin/der betreffende Künstler dann auch noch Talent, dann ergeben die drei Dinge ein Kunstwerk. Im Fall von Musik ist das, finde ich, ganz arg wichtig. Man kann viel mit Übung wettmachen, aber eben nicht alles (siehe Florence Foster Jenkins). Der letzte Punkt, der Simone und mir eingefallen ist, ist allerdings sehr subjektiv: Die Kunst sollte eine Emotion beim Rezipienten auslösen. Manche Sachen sind mit Idee, Handwerk und Talent gemacht, aber zur falschen Zeit am falschen Ort, und dann erfolglos, weil die ausgelöste Emotion nicht ins Zeitgefühl passt. Oder man spricht die falschen Leute an. Oder die absolut richtigen, und dann wird’s ein Erfolg. Das weiß man leider nie. Aber das Kunst Emotionen auslöst ist klar – manchmal sind es auch Emotionen wie Abscheu. Da sind wir dann stehen geblieben. Für weitere Ideen bin ich offen!

Das Jahr des (inneren) Schwein(ehunde)s*

2019 scheint bei mir das Jahr der Veränderung zu werden. Auslöser dafür ist hauptsächlich, das ich mit meiner Jobumgebung so sehr unzufrieden bin. Ich kämpfe zusätzlich immer mal wieder mit persönlichen Problemen, wieder jeder andere auch, nur schaffe ich es oft nicht, den genauen Grund für meine Unausgeglichenheit zu finden.

Versteht mich nicht falsch, ich mag den Inhalt meiner Arbeit in der Kunstgalerie sehr, ich kann nur einfach nicht damit, wie er organisiert ist. Ich hätte nie gedacht, dass mir sowas mal so wichtig sein kann, aber ich brauche ein geregeltes Maß an Arbeit, um zurecht zu kommen. (Randbemerkung: ein paar Sachen konnte ich selbst organisieren, aber vieles wird von oben geblockt. Es ist nicht so, als hätte ich 2018 nicht versucht, mein Arbeitsumfeld zu verändern.)

Das letzte Jahr über habe ich schon gemerkt, das der Wurm drin ist, aber hauptsächlich darüber gejammert – noch wusste ich genau, was eigentlich das Problem ist. Das führt bei mir zu übermäßigem Jammern. Jetzt weiß ich, was ich tun kann, um das Problem zu beheben, und das jammern wird weniger. Insgesamt ist der große Überplan also, einen anderen Job zu finden. Am besten etwas, das weiterhin mit Schlösser und Gärten zusammenpasst.

Bei Schlösser und Gärten hatte ich umzugsbedingt und wegen des Weihnachtsgeschäfts drei Monate Pause einlegen müssen. In den drei Monaten hat sich das Gerücht bestätigt, dass das Schloss Mannheim ab März 2019 wegen Renovierungsarbeiten bis 2020 geschlossen bleiben wird. Das hat mich zunächst geärgert, da ich den Kurs, von dem ich hier ja schon berichtet hatte, anders angegangen wäre, hätte ich das gewusst. Dann wurde mir jedoch eine Ersatzposition im Schloss Schwetzingen ab April angeboten, die mit meinem Schneiderhobby zusammengeht, weshalb sich das Problem schnell gelöst hat.

Auf sportlicher Seite steht ein Auftritt mit der Tibal-Fusion-Tanzklasse an, und ich weiß jetzt schon, das ich bei dem angekündigten zweiten Auftritt nicht dabei sein werde. Ich tanze seit drei Jahren sehr gern und gehe regelmäßig ins Training, aber ich wollte nie Auftritte haben und jetzt weiß ich auch wieder warum: ich möchte die Zeit für Auftritte einfach nicht aufwenden. Es gilt ein Kostüm für mich passend zu den anderen Tänzerinnen zu machen, es gibt Extraproben und der Auftritt selbst kostet mich wohl ein ganzes Wochenende – ich leide nicht sehr unter Lampenfieber, aber allein der mit Menschen gefüllte Raum und die Aufregung der anderen, die ich spüren kann, wird mich auslaugen. (Ich kenne die Rocking Away the Cold-Hafla als Besucher.) Der Auftritt wird Klasse werden, wir alle stecken da so viel Arbeit rein, aber für mich reicht das erst mal.

Längerfristig steht ein Rechtsstreit mit unserem ehemaligem Vermieter aus, den ich schon seit Dezember versuche weit von mir zu schieben – ich möchte mit der ganzen Sache eigentlich nichts mehr zu tun haben, auch wenn wir warscheinlich im Recht sind. Es laugt mich aus, immer wieder darüber zu sprechen, zu texten und Temine zu haben. Ich möchte nur noch, das die Sache vorbei ist, egal mit welchem Ausgang. (Leider weiß ich, dass wir in absehbarer Zeit keine Ruhe davor haben werden, denn es steht noch eine Abrechnung aus.) Hier arbeite ich an mir, mich da eher wie mein Freund zu verhalten, der das Ganze wenig an sich ran lässt (und sich zugegeben auch sehr viel weniger darum kümmert als die beiden Mädchen aus unserer alten WG). Ich sehe hier aber auch eine große Chance für mich, vielleicht wird mir so die Angst genommen, immer alles hinzunehmen, auch wenn man im Recht ist, nur aus Angst, die Wohnung gekündigt zu bekommen.

Ich habe in den vergangenen Jahren viele Hürden überwinden müssen, vieles davon hätte ich mir vor, sagen wir, 10 Jahren, gar nicht vostellen können. Ich werde besser darin, diese Hürden leichter zu nehmen (und Hürden, dich nicht überspringen kann, einfach sein zu lassen und nicht ständig darüber zu grübeln). Das möchte ich in 2019 weiter führen. Ich habe dieses schon geschafft, da schaffe ich das hier auch noch.

Ganz großes Thema jetzt gerade ist die Wohnung und vor allem putzen und aufräumen. In einer WG mit vier anderen Menschen konnte ich vieles auf andere abwälzen bzw. vieles war durch andere verursacht, das ist in meiner eigenen Wohnung nun nicht mehr der Fall. Mein Freund ist ebenfalls ein ordentlicher Mensch, und zusammen arbeiten wir Schritt für Schritt an der neuen Wohnungseinrichtung. Das wird uns eventuell das ganze Jahr begleiten. Im Moment habe ich Marie Kondo und ihre Methoden für mich entdeckt. Ich gehöre zum Glück nicht zu den Menschen, die die These, durch aufräumen werde mein Leben besser, für das neue Mantra halten, aber ich nehme dennnoch Sortier- und Falttipps sowie eine gewisse Achtsamkeit für meine Dinge mit. Gestern hat jemand zu mir gesagt: „Du hast so viele schöne Dinge.“ und ich habe zugestimmt. Ziel in der neuen Wohnung ist, die Dinge besser zur Geltung kommen zu lassen und mehr zu benutzen. Und vor allem: weniger Neues zu kaufen.

Konsum und Müll ist in meinem Umfeld vor allem in der WG ein großes Thema. Einer meiner Mitbewohner hat vollkommen Recht, wenn er den großen Anteil an der globalen Erwärmung und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten den großen Kooperationen/Firmen zuschreibt. Schuld sind zu großen Teilen deren unsachgemäßer Umgang mit Ressourcen, diebische Geschäftspraktiken und schlicht kriminelle Energie. Mir fallen da auf Anhieb der Dieselskandal, der Glyphosatfall und die durch wirtschaftliche, politische und nicht zuletzt eben durch die globale Erwärmung ausgelöste „Flüchtlingskrise“ ein. Dennoch denke ich, dass auch weiterhin jeder Einzelne seinen Teil tun kann. Bei mir bezieht sich das vor allem auf mein Konsumverhalten: ich versuche schon seit letztem Jahr, nur Sachen zu kaufen, die ich wirklich gut finde (Marie Kondo nennt das „spark of joy“) und von denen ich glaube, dass ich sie brauche und sehr lange benutzen werde. Mein Freund verfolgt diesen Gedanken schon länger, was zur Folge hat, das wir viele teure Sachen haben – davon aber immer nur schönes und ein einziges. Der nächste Schritt wäre nun, sich mehr auf Fair Trade und die Herkunftt der Dinge zu konzentrieren. Wir arbeiten da dran, ich kaufe meine Schuhe nun „made in Germany“, unser Bett ist aus europäischem Holz und ebenfalls in Deutschland hergestellt, sehr viele unserer Küchendinge sind so, dass wir sie warscheinlich für immer haben. Zum Glück habe ich wenigstens auf der Arbeit ind diesem Bereich kein Gewissensproblem, denn das meiste der Waren in der Galerie wird sogar in Baden-Württemberg produziert (weniger Liefer-LKW hat das auch noch zur Folge). Müll scheint sich irgendwie von selbst gelöst zu haben. Biomüll kommt bei uns eh in einen Papierbeutel und wird in die entsprechende Tonne entsorgt, und abgesehen vom Verpackungsmaterial vom Umzug (das glücklicherweise viel Pappe und Papier war und über die entsprechende Sammlung entsorgt werden konnte) produzieren wir beide überraschend wenig Mülll. Restmüll ist unter 6 l in zwei Wochen. Wir werden weiterhin wenn möglich eher unverpackte Lebensmittel kaufen. Das wird zum Glück von den lokalen Supermärkten hier unterstützt, alle bieten Optionen zum selbst abpacken an – sei es als Fleischtheke oder loses Obst und Gemüse.

Nach dem 35c3 habe ich mich gefragt, wo eigentlich mein von meinen Eltern schon gefördertes politisches Engagement hin ist. Ich war als Jugendliche viel auf Demos – teilweise mit meinem Eltern – aber in den letzten Jahren bin ich zwar regelmäßig wählen gegangen, aber das wars auch schon. Zu jeder Wahl gehörte auch, das ich mich informiere, was ich wähle und wen ich wo sehen will (mit der Bundestagswahl hat das übrigens geklappt, mein Abgeordneter sitzt im Bundestag und vertritt meine Ansichten da, wie ich finde, ganz gut). Aber sonst? Ich nehme mir für 2019 vor, wenigstens gelegentlich mal die eine oder andere Sache zu unterstützen, die ich wichtig finde.

Den Kreativitätsschub vom 35c3 möchte ich weiterverfolgen. Momentan hängt es an einer fehlenden Bestellung, aber LED werden hoffentlich in 2019 weiterhin Thema bleiben. (Weniger im Internet bestellen steht nicht auf meiner Liste, da leider die meisten Geschäft ähnliche Öffnungszeiten haben wie mein Arbeitsplatz und ich so schlicht nicht einkaufen gehen kann.)

Und der letzte große Punkt für 2019: mehr bloggen (das klappt ja schon ganz gut). Jede Woche ein Eintrag war utopisch, und manchmal ist es eben nur ein Eintrag im Monat, da oft auch Recherche dazu gehört. Alle zwei Wochen könnte aber realistisch werden. Ich könnte ja auch mal wieder über Bücher schreiben – und vor allem müssen die Einträge ja nicht lang sein. Das wäre wirklich gut für mich.

*2019 ist das Jahr des Schweins

Holzschnitt aus Nagasaki

Manchmal bekomme ich interessante Sachen auf der Arbeit zum Rahmen. Diese Woche ist es ein Holzschnitt aus Japan, bei dem der Rahmen noch ganz war, aber das Glas zerbrochen. Ich konnte den Kunden überreden, den Rahmen zu behalten, weil ich fand, dass er gut zum Bild passt und ich auch beim Drehen des Bildes auf der Rückseite ein Etikett gefunden habe, das besagt, das das Bild in Japan gerahmt worden ist. Das war am Ende auch gut so, denn der Rahmen ist etwas ganz besonderes:

Rahmenecke
Eine etwas abgestoßene Rahmenecke.

Was hier zu sehen ist klassische japanische Holzverbindungen. Der Rahmen wurde nicht, wie in Europa üblich, getackert, genagelt oder geklebt, sondern über einen Zapfen verbunden (der dunkle Stich). Sowas gibt es zwar auch heute in Europa, es ist aber unbeschreiblich teuer. Außerdem sind die Japaner für Ihre perfekten und kunstvollen Holzsteckverbindungen bekannt.

Der Inhalt des Bilderrahmens ist eine Karte von Nagasaki:

Passepartout
Die Karte, hier im neuen Passepartout.

Eindeutig ein Holzschnitt in zwei Farben, schwarz und blau. Das Blau ist ziemlich versetzt zum Schwarz. Das Schnitt selber wurde schon einmal restauriert, er ist nämlich auf ein dünnes Trägerpapier aufgeklebt.

Laut dem Etikett auf der Rückseite ist es ein Holzschnitt von 1802, vom Verleger Bunkin-Do. Laut dem Printing Museum Tokio wurden diese Holzschnitte vor allem zwischen 1790 und 1830 für ein ausländisches Publikum als Souvenir hergestellt.

Etkett
Bunkin-Do ist das Verlagshaus, dass das Etikett in Englisch ist weist wiederum auf ein Souvenir hin.

Ich freue mich, dass der Kunde sich für entspiegeltes Glas entschieden hat, das auch über eine erhöhten UV-Schutz im Vergleich zu normalem Glas verfügt. So bleibt sein Holzschnitt lange schön.

fertiges-Bild
Das fertig neu gerahmte Bild.

Schlossführerschulung

Der Blog fing so gut an, mit regelmäßigen Beiträgen, aber seit Januar mache ich zusätzlich zum Vollzeitjob in der Galerie eine Schlossführerschulung. Das ist eine von Schlösser und Gärten Baden-Württemberg gegebene Schulung, die mich am Ende befähigen soll, in einem der Schlösser professionell Führungen zu geben. In freier Mitarbeit, zum Glück, denn das ist schon mit der Schulung ziemlich anstregend. Später kann ich dann, denke ich, meine Arbeitszeiten frei wählen. Diese Schulung bezieht sich diesmal auf die Schlösser Heidelberg, Mannheim und Schwetzingen. Ich möchte jetzt gar nicht über die ganzen Details schreiben, die ich jeweils gelernt habe, das kommt vielleicht später, sondern lieber erst mal ein paar Fotos zeigen!

Treppe
1 Heidelberg: Die Treppe, die zum Schloss führt. Das war an dem Tag, an dem der Orkan über Süddeutschland zog. Ich hatte extra Fahrzeit deswegen eingeplant und dann nieselte es in Heidelberg bloß!

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2 Heidelberg: Die „spannende“ Ruinenseite. Im Vordergrund der Burggraben, dann der Ruprechtsbau, Bibiotheksbau und Frauenzimmerbau. Den englischen Bau habe ich nur angeschnitten. 15. bis 16. Jahrhundert.

Grotte
3 Heidelberg: Ruinen der Arkaden im Hortus Palatinus („Pfälzischer Garten“). Ich war vorher schon oft in Heidelberg, aber bis zu diesen Arkaden bin ich nie gekommen…. Da gibt es so viele künstliche Grotten! Und dank des Regentages hat es überall schön geplätschert.

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4 Heidelberg: Heidelberg, dramatisch nach dem Orkan. Der Neckar als graues, Hochwasser führendes Band. Rechts am Rand der Heiligenberg.

Schwetzingen
6 Schwetzingen: Der Mittelbau war zum Ehrenhof hin eine Wasserburg aus dem Mittelalter, was man, finde ich, auch sieht. Alles andere wurde in barocker Zeit angebaut. Schwetzingen war eine reine Sommerresidenz, sprich, nur ein paar Kamine – für heutige Schlossführer und Gäste sehr erfrischend!

Retiraden
7 Schwetzingen: Drei der „Retiraden“, sprich der Toilettenhäuschen, außem am neueren, barocken Teil des Schlosses.

Blick
8 Schwetzingen: Blick vom Dach des Schlossens gen Heidelberg. Schwetzingen liegt genau auf der Achse Königsstuhl-Pfälzer Wald. Letzterer war an dem Tag gar nicht zu sehen, den Königsstuhl sieht man hier schwach.

Lost-place
9 Schwetzingen: Besonderes (unscharfes, da beinah aus der Hüfte geschossenes) Schmeckerchen: Das dritte Geschoss des Schlosses ist noch nicht ausgebaut und nicht öffentlich zugänglich. So sieht ein Schloss aus, bevor es restauriert wird!

Theater
10 Schwetzingen: Das Theater von Schwetzingen wird heute noch bespielt, allerdings befindet sich hinter der barockisierenden Fassade der Bühne eine „moderne“ Bühnenmaschinerie aus den 1970er Jahren. Der Publikumssaal ist Original, aber mehrfach über-restauriert, und das sieht man als halbwegs Sachkundiger auch. Dennoch schön!

Beitragsbild: Foto vom Schlossdach Richtung Pfälzer Wald.