Japanische Blockbindung

Der heutige Blogeintrag zeigt, wie man eine japanische Buchbindung, ein Blockbuch, macht.

Man braucht:

  • Papier, ich habe ein graues 90g/m2 in DIN A4 einfach halbiert
  • dickeres Papier, z.B. Naturpapier, für die Buchdeckel – dieses Papier kann ca. 2cm länger sein als der Buchblock breit ist
  • etwas Karton für die Innenseite der Buchdeckel
  • eine dicke Nadel
  • einen Papierbohrer (oder eine Ahle und einen Hammer)
  • eine Schere
  • Band, z.B. Stickgarn oder ein anderes dickeres Band
  • ein Lineal
  • eine Unterlage, in meinem Fall eine dünne MDF-Platte
  • zwei Wäscheklammern
Was man braucht.

Zuerst legt man Buchdeckel, Karton für in die Buchdeckel und den Papierstapel aufeinander, so, dass es ein Buch mit zwei blauen Buchdeckeln ergeben kann. Der Karton bildet dabei die zweite Lage nach dem Papier, da er das Papier verstärken soll. Den Stapel möglichst gerade zusammenstoßen und mit zwei Klammern ca. 5 cm vom Buchrücken entfernt zusammenklammern. Die Länge des Deckelpapiers steht dabei auf der gegenüberliegenden Seite über.

Man sieht ein wenig die rohen, welligen Kanten des blauen Deckpapiers. Das ist die Seite, die länger ist und über steht.

Ich habe mir jetzt aus zwei Büchern und der MDF-Platte und einem Bügeleisen als Gewicht eine Vorrichtung gebaut, in der ich bequem und mit gerade liegendem Buch bohren konnte. Das ist aber nicht unbedingt notwendig, nur praktisch, weil die Klammern den Buchrücken so nicht nach oben drücken können.

Meine Vorrichtung aus zwei Büchern und der MDF-Platte.

Im nächsten Schritt zeichnet man mit dem Linel drei Markierungen jeweils 1,5 cm vom Rand entfernt an: eins in der Mitte und zwei je oben und unten 2 cm vom Rand entfernt. An diesen Stellen drei Löcher mit dem Papierbohrer bohren.

Man sieht die Markierungen nicht, aber das ist das erste Loch, 2 cm vom unteren Rand und 1,5 cm vom Buchblockrand entfernt.

Sind die drei Löcher gebohrt geht es ans Binden: Der Faden, in meinem Fall zwei Fäden, ein schwarzer und ein blauer zur Dekoration, sollte ausreichend lang sein. Lieber mehr abschneiden als zu wenig. Zuerst den Faden in die Nadel einfädeln – bei mir war das wegen der beiden Fäden eine dicke Stopfnadel – und dann durch das mittlere Loch von oben nach unten durchfädeln:

Die Nadel guckt unten raus.

Den Faden oben 10-15 cm herausstehen lassen, an dieser Stelle wird dann verknotet. Jetzt die Nadel wieder von oben durch das selbe Loch stechen und den Faden gut anziehen – der Faden muss immer gut angezogen werden, da nicht nachkorrigiert werden kann.

Die Nadel ist unten und eine Schlaufe ist fest angezogen.

Im nächsten Schritt von unten nach oben in das benachbarte Loch stechen.

Die Nadel ist oben. Faden wieder anziehen.

Erneut von unten durch das selbe Loch stechen, damit sich eine feste Schlaufe bildet.

Die Nadel ist jetzt oben.

Jetzt durch das mittlere Loch, das, welches schon eine Schlaufe hat, von oben nach unten stechen.

Die Nadel ist unten. Es fängt an wie eine Buchbindung auszusehen.

Jetzt von unten nach oben durch das dritte Loch stechen.

Die Nadel ist oben. Festziehen nicht vergessen!

Wieder eine feste Schlaufe bilden, indem die Nadel von unten nach oben durchgestochen wird:

Fast geschafft!

Um die Bindung fertig zu stellen, jetzt in der Mitte mit dem stehengelassenen Faden einen festen Knoten binden. Ich habe noch eine kleine Schleife gebunden.

Die Bindung an sich ist fertig!

Die Klammern können nun entfernt werden. Jetzt wird das Buch fertig gestellt:

Zur Fertigstellung die überstehenden 2cm blaues Deckpapier um den mitgebundenen Karton falten.

Das blaue Papier um den Karton falten. Das gibt festere Buchdeckel als nur das blaue Papier um die oberste Seite des Buchblockes zu falten. Dieser Schritt kann auch weggelassen werde, es müssen keine 2cm überstehen. Dann wäre das Blockbuch hier schon fertig.

Jetzt kann losgeschrieben werden!

Das fertige Buch sieht dann so aus:

Von vorn mit der Schleife….
…. und von hinten.

Ein schönes kleines Kreativprojekt für einen Nachmittag. Leider lassen sich Blockbücher aufgrund ihrer Bindung nicht so gut aufschlagen, aber als Notiz- oder Skizzenbuch sind diese Bücher allemal geeignet! Ich werde meins als Reisetagebuch verwenden. (Es wäre auch eine Möglichkeit, die Seiten lose mit auf Reisen zu nehmen und dann Flyer und Eintrittskarten und Postkarten mit der japanischen Bindung zusammenzubinden.)

Weitere Bindungsarten sind hier zu finden:

Lost im Papierladen

Weitere Informationen zur japanischen Blockbindung hat Wikipedia