Kostüme

Mehr innere Ansichten zum Thema Kostüme gibt es hier.

Kostümprojekte:

Reformkleid 1881

Jacke 1770er

Pet en l’air

Regencykleid mit Überkleid

Ich nähe jetzt schon seit einer ganzen Weile, etwa acht Jahre. Zuerst habe ich mir gruftige Klamotten genäht, da es das, was ich wollte, einfach nicht zu kaufen gab. Ich war schon immer auf der eher rüschigen Seite. Das hat sich dann, mit etwas Übung und Zeit, eher in die historische Richtung entwickelt. Keins meiner Kleider ist Reenactment- geeignet. Ich nähe zwar nach historischem Schnitt, verarbeite aber sehr modern, z.B. gehe ich über jede Nahtzugabe mit der Overlockmaschine drüber. Seit einiger Zeit achte ich aber mehr auf die Stoffe, die ich verwende, so sind die neueren Projekte aus Baumwolle oder Seide, da es diese damals schon gab und diese verwendet wurden. Reißverschlüsse und Klett gibt es bei mir nicht. Neuerdings bin ich dazu übergegangen, sichtbare Nähte mit der Hand zu nähen.

Ich gehe nach meiner Näh-Historie grob chronologisch vor:

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Ich nenne es „Federpolo(naise)“. Dieses Kleid ist von 2011, hat sich aber in der Zeit mehrfach entwickelt.

Ganz klar die Goth-Phase (die nie aufgehört hat, ich mache nur nicht mehr sehr viele aufwendige Kleider in dieser Richtung). Der Schnitt des Überkleides allerdings ist eine Robe á la Polonaise, wie sie im 18. Jahrhundert getragen wurde. Kombiniert über einen Reifrock und mit viel Glitzer und Deko das perfekte dunkelromantische Kleid! Alles Polyestertaft. Das Foto entstand in einem Hotelzimmer.

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Die „Weiße Polo“, 2011. Den Schirm habe ich vor zwei Jahren auf dem WGT verloren. 😦 Schnitt 1770er.

Robe á la Polonaise, Vollpolyester, aber ich liebe sie immernoch heiß und inning. Diesen bestickten Blumenstoff habe ich davor und danach nie wieder gesehen.

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Das ist ein Bild aus einer Zeit, in der ich noch Fotoshootings gemacht habe, 2013.

Eher in die Fantasy-Richtung. Die Materialien werden natürlicher, der Rock ist aus Baumwolle, das Korsett (nach einem Schnitt aus den 1700ertern) aus Baumwolle und Seide. Das Cape und die Handschuhe sind gekauft. Heiß geliebt und gern auf Mittelaltermärkten getragen.

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Das „Hochzeitskleid“, 2012. Foto von Thomas Bunge. Schnitt 1720-1780.

Das Kleid heißt so, weil ich es bei meiner Hochzeit getragen habe. Robe á la francaise, diese tollen Rokoko-Kleider mit dem gefalteten Rücken. Vollpolyester, aber auch hier habe ich die Stickerei nie wieder gesehen, und bei der Menge ans Stoff ist Seide einfach utopisch… Ich ziehe es auch nach der Scheidung gern an!

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Auf dem Wave Gotik Treffen 2012. Schnitt 1780er.

Chemise á la reine. Hier habe ich erstmals wirklich Stoffe verwendet, die Marie Antoinette, nach der dieses Kleid benannt ist, getragen haben könnte. Das heißt: Baumwolle und Seide.

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Zeitsprung nach 1896. Den Hut habe ich auch selbst gemacht, komplett vom losen Strohband an. 2015.

Großer Zeitsprung, auch in dem, wie ich nähe. In der Zwischenzeit habe ich viel geübt, und ich nähe nun viel sauberer. Dieses Ensemble aus Bluse, Rock und Jacke ist aus Schnittmustern von um 1896 zusammengestellt. Der Stoff von Rock und Jacke ist ein Gemisch, optisch aber sehr passend! Der Schirm ist aus einem Antiquitätenladen.

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Wieder zurück zum 18. Jahrhundert. Das ist der selbe Hut wie oben, nur in der Dekoration angepasst! 2016.

Round Gown, alles aus weißer Baumwolle mit Seidendetails. Es war wirklich sehr kalt an jenem WGT, deshalb bin ich mit Stecktuch und Handschuhen ausgestattet, wie es sich für die 1770er eigentlich gehört.

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Levite, Schnitt 1785-1795. Wieder der Hut. Darunter trage ich die Chemise á la reine. 2016

Mein erstes Seidenkleid! Es raschelt so schön und die Seide war ein Traum zu verarbeiten! Hier sieht man gut, dass ich zu allen Kleidern auch passende Umterwäsche angefertigt habe. Es gibt mehrere Chemisen, also Unterhemden, in meinem Schrank, dazu Korsetts/Schnürbrüste, Pokissen und Unterröcke.

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2013 und 2018 genäht. Dazu siehe auch hier. Schnitt um 1800.

Das Regency-Kleid habe ich ausführlich dokumentiert. Da sieht man, wie viel Arbeit dieses Hobby machen kann!

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2018, nach einem Schnitt für die 1770er Jahre.

Die neueste Errungenschaft, eine Jacke aus blauer Baumwolle. Das meiste des kompletten Outfits war schon vorhanden, ich habe nur eine weiße Schnürbrust ein weißes Pokissen ergänzt, da meine Untersachen unlogischerweise alle schwarz sind. Historisch korrekter Stoff und viel Handnähen. Noch nicht Reenactment-geeignet, aber es wird.

Vorn

Ein Zeitsprung zurück und gleichzeitig nach vorn: Das Oberteil dieses Kleides ist eines meiner früheren Nähprojekte, aus Baumwolle und Seide. Die Dekoration würde ich heute anders machen, aber das Petticoat wollte ich anpassen, also habe ich einen Zeitsprung zurück gemacht. Das Petticoat aus Dupion-Seide ist 2018, das Pet en l’air ist ca. 2013 entstanden. Zeitraum 1770er.

2019, das seidene „Problemkleid“.

Ein Projekt, das von September des einen Jahres bis Februar des folgenden Jahres geht ist mir entschieden zu lang. Wieder kein historisch korrektes Kleid, das an meinem Wunsch liegt, dieses Kleid bequem ohne Korsett tragen zu können. Diesmal reine Seide, Innenkonstruktion Baumwolle. Nach einem Schnittmuster von 1881.