Nachhaltigkeit

Hier ist meine Artikelsammlung zu den Themen persönliche Nachhaltigkeit und Minimalismus zu finden.

Ich und die KonMari-Methode

Nachdem ich Teile der Netflix-Show mehrfach geschaut habe und Marie Kondos „Das große magic cleaning Buch“ zweimal gelesen habe möchte ich nun doch meine fünf Gedanken dazu aufschreiben. Ich bin ja gerade umgezogen und wollte diesmal gleich alles richtig einräumen und sauber haben. Das hat nur bedingt geklappt, es ist jetzt Monat vier und es stehen immernoch Kartons rum, weil wir einfach nicht so viel Geld für Möbel auf einmal ausgeben können. Aber: es sind nur noch vier Kartons und nur einer davon gehört mir!

Hier zur Illustration ein Foto von meinem Kleiderschrank. Man kann gut die vielen Kisten sehen, die die meine Kleidung stehend einsortiert ist. Oben links eine Ecke für Erinnerungsstücke: meine Plüschtiere.

Ich bin seit meinem Auszug bei meinen Eltern ein eher ordentlicher Mensch, wobei sich der Grad der Ordnung mit den Jahren eher verstärkt hat. Zwischendrin hatte ich sogar mal einen Putztick, aber immer alles perfekt und sauber macht auch nicht glücklich. Im Moment peile ich vor allem die leichte Auffindbarkeit von Dingen an und sortiere Dinge eines Themas zusammen. Sprich, Bücher zu Büchern, Nähzeug zu Nähzeug, Bastelzeug zu Bastelzeug und so weiter. Da kam die Netflix-Serie gerade zur richtigen Zeit für mich. Im Januar war ich auch noch ständig krank, und mehr als rumliegen und etwas schauen habe ich nicht hin bekommen. Also: Ich habe die ganze Staffel auf einmal geschaut. Und es ist einiges hängen geblieben!

Aus Kategorie eins, Kleidung, ist folgendes bei mir hängen geblieben: Die Kleider-Faltmethoden von Kondo-Sensei sind großartig! Mein Kleiderschrank sieht jetzt so viel besser aus, und heute morgen habe ich einfach in eine kleine Kiste gegriffen und hatte sofort die richtigen Socken in der Hand. Kleidung hatte ich vor dem Umzug schon heftig aussortiert, weswegen ich diesen Schritt in der neuen Wohnung überspringen konnte.

Bücher, Kategorie zwei, waren dann schon härter. Ich wollte, das alle meine Bücher in ein bestimmtes Kallax-Regal von Ikea passen, und dafür musste ich heftig Bücher loswerden. Zum Glück gibt es in Karlsruhe viele Bücherschränke, in welche ich Bücher einfach einstellen kann, und auch einen Bücher-Secondhandladen. Meine Bücher waren in der alten Wohnung im Flur, auf meinem Hochbett und in einem Regal verstaut. Also an drei Orten. Das wollte ich vermeiden, zumal ich oft ein bestimmtes Buch suchen musste. Jetzt passen alle meine Bücher in ein Regal, sind weitestgehend nach Thema sortiert und stehen bisher auch nur vereinzelt in zwei Reihen. Ich habe sogar noch Platz für weitere Anschaffungen! Allerdings möchte ich das Regal weiterhin so locker befüllt haben, das heißt, für jeden neuen Roman muss ein alter gehen. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte…

Papiere, Kondo-Senseis Kategorie drei, habe ich leider erst nach dem Umzug richtig in Agriff genommen. Und hier konnte ich auch das meiste wegtun. Ich habe viele Briefe meines verstorbenen Opas aufgehoben, aber die meisten Zeitschriften ins Recycling gegeben. Die wenigen, die ich behalten wollte, habe ich zusammen ins Bücherregal gestellt (und ich ertappe mich jetzt dabei, wie ich sie immer mal wieder lese). Alles an Uni-Unterlagen bis auf meine beiden Lieblings-Seminare habe ich weggetan. Ich habe vor 10 Jahren angefangen zu studieren und schon während des Studiums nicht mehr in die Papiere des vorangegangenen Semesters geschaut, warum also aufheben? Da hat Kondo-Sensei absolut recht: Kann allles weg. Papiere, die wichtig sind, sind in ihren entsprechenden Ordner, und die neue Wohnung hat ihren eigenen Order, der ausnahmsweise in der Küche steht, damit mein Freund und ich beide leicht Zugriff darauf haben.

Komono, Kategorie vier, also „Verschiedenes“, hat vor allem in der Küche extrem Spaß gemacht. Da habe ich mit meinem Freund zusammen immer mal wieder umsortiert, und jetzt liegen Metalldinge bei Metall, Plastesachen sind alle zusammen in einem Schubfach, Backzeug unterm ofen…. Außerdem war der Tipp, alles IN die Schränke zu stellen, Gold wert. Ich habe immer eine freie Arbeitsplatte. Ich nehme sehr gern Dinge aus dem Schrank, wenn ich sie brauche, und stelle sie nach Benutzung wieder zurück. Das ist, wie Kondo-Sensei auch schreibt, gar keine große Sache. Allerdings bin ich in drei Punkten von der Methode abgewichen: Schwämme und Lappen kommen mir ganz sicher nicht IN den Schrank. Das Zeug trocknet einfach nie richtig. Außerdem habe ich an der Spüle eine praktische kleine Vertiefung mit Abfluss genau dafür. Toaster, Wasserkocher und Wasserfilter benutze ich mehrfach täglich und die stehen auf einem komischen Stück Arbeitsplatte am Fenster wirklich sehr gut und nicht im Weg, deswegen dürfen die drei draußen wohnen. Und ich pule sicher keine Etiketten von Putzmittel ab. Nachdem ich einen Unfall mit meinem Feinsteinzeug-Boden hatte möchte ich die Zusammensetzung eines Putzmittels unbedingt sofort nachgucken können.

Erinnerungsstücke, Kategorie fünf, haben mir noch nie viele Probleme beim Aussortieren verursacht. Aber Kuscheltiere, oh je. Da habe ich alte Erinnungsstücke aus einer 16 Jahre zurückliegenden Beziehung mehrfach mit mir umgezogen. Dank der KonMari-Methode habe ich endlich einiges an Kuscheltieren entsorgen können! Ich habe meine schönste Papiertüte hergerichtet, habe mich von jedem Tier einzeln verabschiedet, habe alle Kuscheltiere mit einem schönen Stoffrest zugedeckt, damit ich beim Entsorgen dann nicht noch einknicke, weil sie mich „so anschauen“ und dann ging das Verabschieden ganz leicht. Im Kleiderschrank habe ich jetzt auf dem oberen Brett einen Bereich für meine Lieblings-Plüschtiere. Die Idee, seinen Kleiderschrank auch für Erinnerungsstücke zu nutzen, habe ich auch von Marie Kondo.

Insgesamt ist die neue Wohnung luftig und leicht. Wir haben nun auch fast alle Möbel, und alles ist einfach zu finden. Freie Flächen überall. Wie sich das eigentliche Putzen letzendlich gestaltet muss ich noch sehen, aber Staubsaugen geht ganz gut, weil kaum was auf dem Boden rumsteht. Vieles kann ich auch einfach auf seinen Filznoppen nach vorn ziehen und dahinter fix saugen. Küche putzen muss ich nur noch ab und an, da ich Fettspritzer und Wasserflecken nach Kondo-Seinseis Rat gleich wegwische.

Das Buch finde ich persönlich hilfreicher als die Netflix-Serie. Meine liebste Folge ist tatächlich genau die, die Marie Kondo laut ihrer Webseite am liebsten mag: Jene, in der Marie Kondo einem amerikanisch-japanischen Ehepaar hilft, sein Haus für die „goldenen Jahre“ herzurichten. Diese beiden haben so schöne Sachen, die einfach nicht zur Geltung kamen, bis sie Kondo-Sensei (und Netflix) um Hilfe gebeten haben. Das hat mich angespornt, meine Erinnerungsstücke besser zur Geltung kommen zu lassen. Und eine Freundin hat mal zu mir gesagt: „Du hast so schöne Sachen“ und da hat sie Recht. Meine schönen Sachen sollen sichtbar sein – und ich brauche eigentlich keine weiteren schönen Sachen mehr. Ich habe ein bisschen was an Kleidung ausgetauscht, aber ich brauche definitv sonst nichts. Ich habe alles.

Ein kleiner letzter Absatz noch zur KonMari-Netflix-Serie: Der Vorwurf, dass Marie Kondo ein antiquirtes Frauenbild vermittelt, sprich, das die Frau den Haushalt schmeißt, erübrigt sich spätestens in der Folge, in der sie der GANZEN Familie Aufräumtricks beibringt und sich nach und nach jeder einen Bereich aussucht, für den er oder sie zuständig ist. Es geht darum, zusammen ein schönes Zuhause zu haben. Nicht mehr und nicht weniger.


Was ich nicht mehr kaufe

Die Europawahl ist vorbei und in Deutschland hat die Grüne Partei an vielen Orten die meisten Stimmen bekommen. Klimawandel ist echt und beim normalen Bürger als ernstes Thema angekommen. Und Leute machen sich jetzt – fast zu spät, aber immerhin – Gedanken, wie man weniger Müll verursachen, weniger Ressourcen verbrauchen und generell besser leben kann. Ich auch. Das ist ist ganz klar ein Trend, unter dem Hashtag #sustainability findet man allerei YouTube-Videos, Blogs und Infos. Könnte schlimmere Trends geben… Ein Teil des Trends ist bewusster Konsum oder sogar Konsumverweigerung. Darum geht es jetzt hier in meinem Artikel. Was kaufe ich nicht mehr? Wo möchte ich weniger/kein Müll mehr produzieren? Welche Ressourcen kann ich sparen? Wir (meint mich und meinen Freund) haben kein Auto und wollen auch keins, wir leben in der Stadt. Ich fahre seit 2006 fast alles innerhalb Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs mit der Bahn oder manchmal mit dem Bus. Diesen Nachhaltigkeitspunkt kann ich also schon mal abhaken. Im Alltag fahre ich Rad, und nur zwischen November und März habe ich ein Monatsticket für die Straßenbahn. Das ist also auch gebongt. Was gibt es noch?

Die Liste:

  • Einweglappen – es gibt prima waschbare Vesionen in jedem Drogeriemarkt. Demnächst werden die bei mir auch mal aus organischer, fair trade-Baumwolle sein können.
  • nicht vegane, mineralölhaltige und mikroplastikhaltige Kosmetik – ich brauche meine Reste davon noch auf, habe aber schon große Teile ersetzt. Führt zu viel etikettenlesen im Drogeriemarkt, aber ich habe sogar ein Shampoo gefunden, dessen Packung aus 90% Recyclingplastik sein soll.
  • Seife – da habe ich aber einen Vorteil, weil meine Eltern Seife herstellen.
  • Plastikflaschen – mit einer Ausnahme: Notfälle wie z.B. stundenlang im ICE ohne Klimaanlage in der Sonne festhängen. Das Wasser auf dem Klos im Zug ist kein Trinkwasser und meine mitgebrachten Wasservorräte in meiner BPA-freien Flasche sind dann meist schon leer. Passiert aber nicht allzu oft.
  • Obst und Gemüse in Plastik verpackt – was soll das? Außer Salat gibt es alles lose im Biobereich in jedem generischen Supermarkt. Ich bringe ggf. meine eigenen Beutel mit.
  • Plastiktüten (außer Müllbeutel, siehe unten) – aber auch keine Baumwollbeutel. Von letzteren habe ich soooo viele….
  • Smoothies, Öl und Essig in Plastikflaschen – Glasflaschen kann man besser recyclen und sie sehen schöner aus.
  • Strohhalme – sind eh verboten und wir besitzen seit Jahren welche aus Aluminium.
  • Kaffeemaschine – brauche ich nicht, ich mahle meinen Kaffee manuell und gieße ihn entweder im Filter (Biomüll!) oder in einer Kanne auf (gar kein Müll!)
  • Drucker und damit Druckerpatronen – bis vor zwei Wochen hatte ich daheim einen Drucker. Der ist nach gerade mal zwei Jahren kaputt gegangen. Sein Vorgänger hat ähnlich lange gehalten. Abgesehen davon, das Druckerpatronen auch nachgefüllt bös teuer sind und nicht umweltfreundlich: Das reicht jetzt. Ich drucke wichtige Sachen mit Erlaubnis meiner Chefin nun auf der Arbeit. Daheim schreibe ich mit der Hand, was sich für mich schon nach zwei Wochen angenehm entspannt und achtsam anfühlt.
  • Pflanzendünger – ich habe ein Aquarium, das Abwasser kriegen die Pflanzen. Scheint super zu funktionieren.
  • Starbucks im Pappbecher, generell Coffee-To-Go – braucht kein Mensch. In einer Porzellantasse nehme ich das süße Zeug aber ab und an schon gern…
  • Rucksäcke und Taschen – ich habe ausreichend Koffer, einen davon seit 12 Jahren. Rucksäcke nähe ich mir tatsächlich selbst, Taschen habe ich zwei Stück, eine davon auch schon 10 Jahre – ich brauche eigentlich nicht mehr als ein alltägliches Transportmittel.
  • Nicht-Öko-Schuhe – Schuhe habe ich im Schnitt 8 Jahre, die Qualität muss also sowieso gut sein. Hier bin ich aber auch im Vorteil, da ich auf die meisten Klebstoffe allergisch reagiere und meist nur Schuhe tragen kann, die irgendwie „öko“ sind. Meine letzten drei Schuhkäufe waren bei der Firma Waschbär und bei einem kleinen Laden in Heidelberg. Letzeres Schuhpaar wurde im Nachbarbundesland hergestellt.
  • Nagellack – zur Zeit besitze ich einen alten Klarlack und einen roten Lack, bei dem ich mir nicht mal mehr sicher bin, ob der noch taugt. Ich arbeite handwerklich, es macht einfach keinen Sinn, mir die Nägel zu lackieren. Und umweltschädlich ist das auch noch. Kaufe ich definitv nicht mehr nach.
  • Staubswiffer mit Griff und auswechselbaren Wedel – warum habe ich das Ding überhaupt gekauft? Verursacht Müll (der Wedelteil ist nicht waschbar!) und ich besitze waschbare Staubtücher…

Was ich mir fest vornehme nicht mehr zu kaufen

  • Fast Fashion – also C&A, H&M und Co. Eigentlich alles im großen Einkaufszentrum. Primark habe ich eh schon immer gehasst. Natürlich werfe ich meine Klamotten nun nicht einfach weg, die müssen schon noch ihre 4-10 Jahre von mir getragen werden, aber in Zukunft achte ich darauf, was ich kaufe. Ich habe schon sehr schöne Shops auf Etsy entdeckt, z.B. diesen oder diesen. Oder ich kaufe einfach gar nichts und mache mir Kleidung selbst. Kann ich ja, und ich habe auch schon einiges selbstgenähtes alltagstaugliches im Schrank.
  • Flugtickets – meine letzten beiden Flugreisen dauerten inkl. Flughafenaufenthalt 12 bzw. 8 Stunden. Braucht kein Mensch und ist eine der großen Umweltsünden – Zug fahren geht auch innerhalb Europas. Und ich fliege ja eh nicht gern. Sollte einfach sein, das durchzuhalten.
  • Fernseher – wir besitzen einen, der auch noch ausgerechnet im Schlafzimmer steht. Ein Erbstück, aber wenn der mal kaputt geht wird er nicht nachgekauft. Unnötiges Teil, und wir haben einen Beamer im Wohnzimmer….
  • Hinstellerchen – damit meine ich allgemeine Dekoartikel. Stauben ein und müssen ja auch irgendwo hergestellt worden sein.

Was ich noch ersetzen will

  • Monatsbinden – mit den Cups kann ich einfach nicht, allerdings bekomme ich meine Tage auch nur ca. 4x Jahr, da ich die Pille nehme. Aber da gibt’s bestimmt umweltfreundlichere Varianten für die leichten Tage…
  • Abschminkpads – das Zeug verursacht echt viel Müll und gebleicht ist es auch noch. Ich meine aber schon Ersatz gefunden zu haben, die probiere ich mal aus: waschbare Abschminkpads*.
  • Staubsauger – speziell einen, der ohne Beutel auskommt. (Den aktuellen, voll funktionsfähigen Staubsauger werfe ich dann nicht einfach weg, den spende ich dem Sozialkaufhaus.)

Was wir selten kaufen, und wenn, dann die recycelte Variante

  • Klopapier – wir sind nur zwei und arbeiten beide Vollzeit, ergo sind wir wenig zu Hause und verbrauchen damit nicht so viel Klopapier
  • Küchentuch – fürs trockenwischen/aufwischen nehmen wir tatsächlich vorhandene Handtücher und Lappen. Eine Rolle Küchentuch hält bei uns tatsächlich lange.

Für was ich noch keine Lösung gefunden habe

  • bestimmte Putzmittel – unser altes Hochspülerklo kann ich mir einfach nicht ohne Kloreiniger vorstellen. Das Ding wird sogar damit nicht richtig sauber…. Bäh-bäh.
  • Waschmittel – ich habe meine Sachen so lange, die müffeln irgendwann auch mit industriellem Waschmittel. Bis ich nicht was ausreichend duftendes gefunden habe bleibt’s dabei… Ob die Sachen von dm wirklich so umweltfreundlich sind, wie sie laut Etikett behaupten? Auf jeden Fall wäre das momentan der einzige Ersatz für mich.
  • Taschentücher – als manchmal allergiegeplagte Person kann ich mir Stofftaschentücher einfach nicht vorstellen. Können Taschentücher nicht Biomülltauglich sein??? Das wäre super.
  • Mülltüten außer Biomüll und Papier/Pappe – das sind alles Plastiktüten. Was hygienisches, siffdichtes müsste es geben… (Biomüll kommt in Papiertüten und Papier/Pappe kann ich in meiner Stadt einmal im Monat zur Sammlung rausstellen.)
  • Wimperntusche wasserfest und dazugehörige Abschminke – ich habe keine Idee. Nur dass Naturkosmetik mir noch nicht genug taugt weiß ich.

Was ich nicht ersetzen will

  • freiverkäufliche Medikamente wie Kopfschmerztabletten – Science is a thing. Und so eine Packung hält bei mir eine Weile.
  • Verpackung für Essen wie Käse, Toast, Sahne, Joghurt etc., alles was sifft und krümelt – wie haben das die Leute um 1900, vor dem Plastikzeitalter, mit laufigem Camembert gemacht???
  • Möbel – ich hätte ja echt gern weniger vom großen blauen Möbelhaus gekauft, aber das ist finanziell einfach nicht drin. Wenigstens das Bett – nicht Ikea – ist in Deutschland gefertigt. Was wir jetzt an Möbeln haben muss ausreichend lange halten, wenn es schon „fast furniture“ (siehe fast fashion) ist. Und Ikea verpackt wirklich gut, so viel wie nötig und so wenig wie möglich – das war fast alles Pappe für die monatliche Sammlung.

Dinge, die mir sowieso leicht fallen

  • nur ein, maximal zweimal die Woche Fleisch essen – ich esse sowieso kein Schwein, und Wurst esse ich nur ganz selten. Keine große Sache also.

Das Ziel ist, man ahnt es, wenig Müll (low waste). Kein Müll (zero waste) wäre das große Überziel, aber das liegt noch in weiter Ferne. Schritt für Schritt. Und wem es aufgefallen ist, dass da sehr oft „ich“ steht: dieser Artikel soll kein „man sollte das so machen“ sein. Ich mache die Dinge so, es ist ein Erfahrungsbericht, mehr nicht. Und für die Links im Text werde ich übrigens nicht bezahlt, das sind alles Sachen, die ich gut oder eben nicht gut finde.

Meine Ressourcen zum Thema sind:

Youheum: Webseite Youtube Instagram

Smarticular: Webseite

The Minimalists: Webseite

Exile Lifestyle: Webseite

Christoph Schulz: Plastikfrei für Einsteiger, München 2019.

Fumio Sasaki: Das kann doch weg!, München 2018.

Frank Trentmann: Herrschaft der Dinge, München 2017.

Cary Telander Fortini und Kyle Louise Quilici: Simplify your home, München 2018.

Das mit den vielen Verlagen in München ist entweder Zufall, oder ich kaufe gern Bücher von ein und derselben Verlagsgruppe. 😀

*Nachtrag zu den waschbaren Abschminkpads: Ich hab sie jetzt ausprobiert, und: die sind sowas von gut! Kamen in zwei kleinen Pappboxen, also prima recyclebar. Die sind größer als herkömmliche Baumwollbads, was ich super finde. Ein bisschen rau, aber das macht mir gerade nichts aus, denn so fühlt sich mein Gesicht sauberer an. Ich wasch die Pads kurz ab nach dem Benutzen, das macht die schon recht sauber, in der Waschmaschine passiert dann der Rest. Sehr zu empfehlen!

Neues von der Nachhaltigkeitsfront

Links sind wie immer nicht bezahlt und von mir freiwillig gesetzt.

Seit Anfang des Jahres befasse ich mich ja mit aufräumen – hier mein Artikel zu KonMari – und bewusstem Konsum (Artikel dazu hier). Irgendwie hat mich Instagram zum einen genervt, weil die Accounts zum Thema Nachhaltigkeit/zero waste/bewusster Konsum/Minimalismus mir einfach zu oft Produkte verkaufen wollen. War bewusst kaufen bis hin zur Konsumverweigerung nicht Teil der Idee??? Zum anderen habe ich aber auch Ideen mitbekommen. #plasticfreejuly zum Beispiel ist mehr so unbewusst passiert. Nachdem ich „Plastikfrei für Einsteiger“ von Christoph Schulz gelesen hatte, hatte ich ja schon angefangen, mir Gedanken zum Thema zu machen. Mit dem plastikfreien Juli ging ich dann weiter. Ich habe ein paar wiederverwendbare Boxen gesammelt, um mal in den Unverpackt-Laden in Karlsruhe zu fahren. Ich habe einige alte Plastikobjekte durch neue Sachen ersetzt, die jetzt oft fairtrade, made in Germany und aus Holz sind.

Von links nach rechts: waschbare Binden, Schrubberle, Haarbürste, Zahnbürste, Handbürste, Seifenschale (Seife war schon da).

Jetzt mache ich das mal wie die ganzen Instagram-Accounts, und stelle meine Produkte vor:

  • Binden: kulmine Binde mit Flügeln mini. Jede davon hat bei Faire Ware Karlsruhe 19,95 € gekostet. Das sei denen gegönnt, aber mir ist das entschieden zu teuer, ein komplettes Set anzuschaffen. Ich habe meine Periode ca. 7 Tage lang, das ist unbezahlbar. Ich habe die Binden heute getestet, an einem schwachen Tag, und ich muss sagen: die sind super! Daheim mags gehen, da kann ich die Dinger von Hand vorspülen und zum Trocknen auslegen (und dann bei 60°C in der Maschine waschen). Wie das unterwegs oder bei der Arbeit gehen soll – ein Rätsel.
  • Schrubberle: meine geliebten und für gut befundenen Putzlappen aus Altplastik. Halten ewig, putzen super, sind ihrem Preis wert. Nur mit Geschirr muss man vorsichtig sein, das verkratzen sie.
  • Haarbürste: von Redecker Bürsten. Ich habe die Haare noch zu lang, um die Bürste richtig zu nutzen, das soll sich aber bald ändern. Bisher finde ich sie gut.
  • Zahnbürste: von dm. Nicht ganz Plastikfrei, die Borsten sind Plastik. Und sie ist Made in China. Ziel nicht ganz erreicht, aber die Holzbürste wollte ich erst mal probieren, bevor ich eine extrem teure kaufe. Tut ihren Zweck, ich cheate aber, da ich meine elektrische Bürste noch benutze. (Aus medizinischen Gründen tatsächlich.)
  • Handbürste: Manufactum hat die Produktbeschreibung, ich habe sie allerdings bei Füllhorn Karlsruhe gekauft. Das war das einzige Objekt, das mit Plastik verpackt war. Erfüllt ihren Zweck. Die alte Plastikbürste haben wir noch, die haben wir von Anfang an zum Schrubben von Dingen benutzt und ich wollte eh eine extra Handbürste nur für Hände.
  • Seifenschale: Auch von Füllhorn. Färbt irgendwie ab, hat aber drei Löcher, durch die das Wasser abfliesen kann. Sehr gut. Seife ist Altbestand, kaufe ich ja nicht mehr.

Kaufwert der Dinge auf dem Bild: ca. 80 €. Die Nachhaltigkeit ist ganz schön teuer… Wie soll sich das jemand leisten können, der z.B. studiert und Bafög bekommt? Oder schlimmer noch, Hartz IV? Deshalb fordern Fridays for Future wohl Klimagerechtigkeit. Ich kanns mir jetzt leisten und hoffe, dass ich die Produkte sehr, sehr lange haben werde.

Von links nach rechts: Bananen mit Siegel, Himbeeren, Petersilie, Karotten, Limette, Aubergine, Chili, Blumenkohl, Oliven im Plastikcontainer, Käse in Plastiktüte, drei Kartoffeln in einer Plastiktüte, Minze in Plastiktüte.

Wenn ich kann gehe ich Samstag auf den Wochenmarkt. Plastikfrei im Laden kaufen geht ganz gut, ein paar Ausnahmen gibt es, aber im Großen und Ganzen geht das. Mit dem Wochenmarkt wollte ich ganz auf Plastik verzichten, und wie man oben sehen kann – klappt das net. Minze gab es net ohne Plastiktüte, jedenfalls habe ich keine gefunden. Oliven und Käse ging halt net anders. Das hätte aber die einzige Plastik sein sollen. Die drei Kartoffeln verstehe ich nicht – warum hat die Verkäuferin die überhaupt eingetütet und warum hab ich nicht protestiert? Da hatte ich dann unnötiges Plastik. Das Zeug ist wirklich üüüüberall. Nächstes Mal besser. Der Wochenmarkt an sich ist aber sehr fein, es gibt alles, und ganz viel mit Bio und Siegel. Bei schlechtem Wetter ist’s etwas besser, da ist weniger los. Hier der Link zum Wochenmarkt. Preis der Sachen auf dem Bild: 30 €.

Teil drei der Plastikfreiheit: Der Unverpacktladen in Karlsruhe. Links nach rechts: waschbare Küchentücher, Amaranth gepufft, Haferflocken, (Strickjacke aus dem Laden 23), Nudeln, Absinth, Cornflakes (waren vorher in der leeren Flasche), festes Shampoo.

Erster Trip zum Unverpackt Karlsruhe. An einem Tag mit 30°C, und der Laden ist am Bahnhof, von mir 30 min mit dem Rad weg. Was tut man nicht alles…. Aber Sport ist ja gesund. Der Laden ist kleiner als gedacht, aber es gibt alles! Ich hab mich doof angestellt mit dem Abfüllen der Haferflocken, die Trichter hab ich erst beim Bezahlen gesehen. Tut mir leid, liebe Mitarbeiterinnen, nächstes Mal mache ich es besser (jemand kam und hat es aufgefegt). Die Smoothie-Flaschen taugen nur bedingt. Nächstes Mal mehr Tupper/Keksdosen. Teuer war’s auch gar nicht sooo sehr, die Haferflocken waren krass, aber ich vermute, ich hab da die Bioflocken vom glücklichen, freilaufenden Hafer mit Bienenschutz erwischt. Ist schon okay. Festes Shampoo war 8,99 €, ich wollte es mal probieren, deshalb nur das eine. Mit Grünteeduft. Probiert habe ich es noch nicht*, es riecht aber toll m Bad jetzt. (Es liegt in der alten Seifenschale, die ich gegen die aus Holz oben ausgetauscht habe. Kein Plastikmüll also.) Die waschbaren Tücher sind der Hammer! Schade, dass die nicht wieder auf eine Rolle können. Aber nach dem waschen werde ich sie halt stapeln. Die lassen sich auch gut waschen! Ich hab sie für mein Kunst benutzt, saugen super und Farbe geht wieder raus. Preis für die Sachen: 30 € plus 4 € für die Jacke.

Jetzt vergleiche ich das Mal mit meinem alten Post:

Was ich noch ersetzen will

  • Monatsbinden – Ersatzmöglichkeit gefunden! Allerdings nicht so, wie ich wollte. Derzeit benutzte ich Padsy Bonjo, die zumindest etwas nachhaltiger sind als die bekannten Plastikmonster.
  • Abschminkpads – ersetzt!
  • Staubsauger – steht noch aus

Was wir selten kaufen, und wenn, dann die recycelte Variante

  • Klopapier – alles beim Alten. Ist recycelt und in einer Plastiktüte.
  • Küchentuch – ersetzt! Durch eben die waschbaren Bambustücher.

Für was ich noch keine Lösung gefunden habe

  • bestimmte Putzmittel – ich hab gesehen, das es im Unverpacktladen Putzmittel zum abfüllen gibt. Eventuell kann ich da immerhin alte Flaschen wieder auffüllen. Ersetzt das Mittel net, aber die Plastikflasche.
  • Waschmittel – kann ich im Unverpackt nachfüllen.
  • Taschentücher – ich habe gerade Schnupfen. Alles beim Alten, nur das ich jetzt die Boxen aus Pappe kaufe und nicht mehr die Plastikpackungen mit den kleinen Plastikpackungen drin.
  • Mülltüten – alles beim Alten.
  • Wimperntusche – alles beim Alten.

Diese Nachhaltigkeit ist schon ein Hobby. Durch das Aufräumen und dem damit verbundenen Prioritätenshift habe ich allerdings irgendwie mehr Zeit, und damit auch mehr Zeit, mich mit Nachhaltigkeit, plastikfrei und bewusstem Einkaufen zu beschäftigen. Es könnte schlimmer sein. Wie Christoph Schulz schreibt:

„Ja, wir könnten jetzt anfangen, Plastikmüll zu vermeiden. Aber wenn Forscher dann in 20 Jahren herausfinden, dass Mikroplastik in unserem Essen ungefährlich für uns ist, dann hätten wir völlig umsonst dafür gesorgt, dass unsere Flüsse und Meere sauber sind, Tiere nicht mehr durch umhertreibende Plastikteile verenden und weniger Menschen qualvoll an Krebs sterben. Oh ja – da würden wir uns aber ganz schön ärgern. Ironie aus.“ – Plastikfrei für Einsteiger, S. 42.

*Ich habe das Shampoo jetzt ausprobiert. Es ist wie normales Shampoo, wie man es kennt. Schäumt nicht so sehr, aber mir reichts. Haare sind wie immer. Mal sehen, wie lange es reicht, aber da ich mir die Haare ca. 2x die Woche wasche, wohl eine Weile. Ich bleibe wohl dabei!