Neues von der Nachhaltigkeitsfront

Links sind wie immer nicht bezahlt und von mir freiwillig gesetzt.

Seit Anfang des Jahres befasse ich mich ja mit aufräumen – hier mein Artikel zu KonMari – und bewusstem Konsum (Artikel dazu hier). Irgendwie hat mich Instagram zum einen genervt, weil die Accounts zum Thema Nachhaltigkeit/zero waste/bewusster Konsum/Minimalismus mir einfach zu oft Produkte verkaufen wollen. War bewusst kaufen bis hin zur Konsumverweigerung nicht Teil der Idee??? Zum anderen habe ich aber auch Ideen mitbekommen. #plasticfreejuly zum Beispiel ist mehr so unbewusst passiert. Nachdem ich „Plastikfrei für Einsteiger“ von Christoph Schulz gelesen hatte, hatte ich ja schon angefangen, mir Gedanken zum Thema zu machen. Mit dem plastikfreien Juli ging ich dann weiter. Ich habe ein paar wiederverwendbare Boxen gesammelt, um mal in den Unverpackt-Laden in Karlsruhe zu fahren. Ich habe einige alte Plastikobjekte durch neue Sachen ersetzt, die jetzt oft fairtrade, made in Germany und aus Holz sind.

Von links nach rechts: waschbare Binden, Schrubberle, Haarbürste, Zahnbürste, Handbürste, Seifenschale (Seife war schon da).

Jetzt mache ich das mal wie die ganzen Instagram-Accounts, und stelle meine Produkte vor:

  • Binden: kulmine Binde mit Flügeln mini. Jede davon hat bei Faire Ware Karlsruhe 19,95 € gekostet. Das sei denen gegönnt, aber mir ist das entschieden zu teuer, ein komplettes Set anzuschaffen. Ich habe meine Periode ca. 7 Tage lang, das ist unbezahlbar. Ich habe die Binden heute getestet, an einem schwachen Tag, und ich muss sagen: die sind super! Daheim mags gehen, da kann ich die Dinger von Hand vorspülen und zum Trocknen auslegen (und dann bei 60°C in der Maschine waschen). Wie das unterwegs oder bei der Arbeit gehen soll – ein Rätsel.
  • Schrubberle: meine geliebten und für gut befundenen Putzlappen aus Altplastik. Halten ewig, putzen super, sind ihrem Preis wert. Nur mit Geschirr muss man vorsichtig sein, das verkratzen sie.
  • Haarbürste: von Redecker Bürsten. Ich habe die Haare noch zu lang, um die Bürste richtig zu nutzen, das soll sich aber bald ändern. Bisher finde ich sie gut.
  • Zahnbürste: von dm. Nicht ganz Plastikfrei, die Borsten sind Plastik. Und sie ist Made in China. Ziel nicht ganz erreicht, aber die Holzbürste wollte ich erst mal probieren, bevor ich eine extrem teure kaufe. Tut ihren Zweck, ich cheate aber, da ich meine elektrische Bürste noch benutze. (Aus medizinischen Gründen tatsächlich.)
  • Handbürste: Manufactum hat die Produktbeschreibung, ich habe sie allerdings bei Füllhorn Karlsruhe gekauft. Das war das einzige Objekt, das mit Plastik verpackt war. Erfüllt ihren Zweck. Die alte Plastikbürste haben wir noch, die haben wir von Anfang an zum Schrubben von Dingen benutzt und ich wollte eh eine extra Handbürste nur für Hände.
  • Seifenschale: Auch von Füllhorn. Färbt irgendwie ab, hat aber drei Löcher, durch die das Wasser abfliesen kann. Sehr gut. Seife ist Altbestand, kaufe ich ja nicht mehr.

Kaufwert der Dinge auf dem Bild: ca. 80 €. Die Nachhaltigkeit ist ganz schön teuer… Wie soll sich das jemand leisten können, der z.B. studiert und Bafög bekommt? Oder schlimmer noch, Hartz IV? Deshalb fordern Fridays for Future wohl Klimagerechtigkeit. Ich kanns mir jetzt leisten und hoffe, dass ich die Produkte sehr, sehr lange haben werde.

Von links nach rechts: Bananen mit Siegel, Himbeeren, Petersilie, Karotten, Limette, Aubergine, Chili, Blumenkohl, Oliven im Plastikcontainer, Käse in Plastiktüte, drei Kartoffeln in einer Plastiktüte, Minze in Plastiktüte.

Wenn ich kann gehe ich Samstag auf den Wochenmarkt. Plastikfrei im Laden kaufen geht ganz gut, ein paar Ausnahmen gibt es, aber im Großen und Ganzen geht das. Mit dem Wochenmarkt wollte ich ganz auf Plastik verzichten, und wie man oben sehen kann – klappt das net. Minze gab es net ohne Plastiktüte, jedenfalls habe ich keine gefunden. Oliven und Käse ging halt net anders. Das hätte aber die einzige Plastik sein sollen. Die drei Kartoffeln verstehe ich nicht – warum hat die Verkäuferin die überhaupt eingetütet und warum hab ich nicht protestiert? Da hatte ich dann unnötiges Plastik. Das Zeug ist wirklich üüüüberall. Nächstes Mal besser. Der Wochenmarkt an sich ist aber sehr fein, es gibt alles, und ganz viel mit Bio und Siegel. Bei schlechtem Wetter ist’s etwas besser, da ist weniger los. Hier der Link zum Wochenmarkt. Preis der Sachen auf dem Bild: 30 €.

Teil drei der Plastikfreiheit: Der Unverpacktladen in Karlsruhe. Links nach rechts: waschbare Küchentücher, Amaranth gepufft, Haferflocken, (Strickjacke aus dem Laden 23), Nudeln, Absinth, Cornflakes (waren vorher in der leeren Flasche), festes Shampoo.

Erster Trip zum Unverpackt Karlsruhe. An einem Tag mit 30°C, und der Laden ist am Bahnhof, von mir 30 min mit dem Rad weg. Was tut man nicht alles…. Aber Sport ist ja gesund. Der Laden ist kleiner als gedacht, aber es gibt alles! Ich hab mich doof angestellt mit dem Abfüllen der Haferflocken, die Trichter hab ich erst beim Bezahlen gesehen. Tut mir leid, liebe Mitarbeiterinnen, nächstes Mal mache ich es besser (jemand kam und hat es aufgefegt). Die Smoothie-Flaschen taugen nur bedingt. Nächstes Mal mehr Tupper/Keksdosen. Teuer war’s auch gar nicht sooo sehr, die Haferflocken waren krass, aber ich vermute, ich hab da die Bioflocken vom glücklichen, freilaufenden Hafer mit Bienenschutz erwischt. Ist schon okay. Festes Shampoo war 8,99 €, ich wollte es mal probieren, deshalb nur das eine. Mit Grünteeduft. Probiert habe ich es noch nicht*, es riecht aber toll m Bad jetzt. (Es liegt in der alten Seifenschale, die ich gegen die aus Holz oben ausgetauscht habe. Kein Plastikmüll also.) Die waschbaren Tücher sind der Hammer! Schade, dass die nicht wieder auf eine Rolle können. Aber nach dem waschen werde ich sie halt stapeln. Die lassen sich auch gut waschen! Ich hab sie für mein Kunst benutzt, saugen super und Farbe geht wieder raus. Preis für die Sachen: 30 € plus 4 € für die Jacke.

Jetzt vergleiche ich das Mal mit meinem alten Post:

Was ich noch ersetzen will

  • Monatsbinden – Ersatzmöglichkeit gefunden! Allerdings nicht so, wie ich wollte. Derzeit benutzte ich Padsy Bonjo, die zumindest etwas nachhaltiger sind als die bekannten Plastikmonster.
  • Abschminkpads – ersetzt!
  • Staubsauger – steht noch aus

Was wir selten kaufen, und wenn, dann die recycelte Variante

  • Klopapier – alles beim Alten. Ist recycelt und in einer Plastiktüte.
  • Küchentuch – ersetzt! Durch eben die waschbaren Bambustücher.

Für was ich noch keine Lösung gefunden habe

  • bestimmte Putzmittel – ich hab gesehen, das es im Unverpacktladen Putzmittel zum abfüllen gibt. Eventuell kann ich da immerhin alte Flaschen wieder auffüllen. Ersetzt das Mittel net, aber die Plastikflasche.
  • Waschmittel – kann ich im Unverpackt nachfüllen.
  • Taschentücher – ich habe gerade Schnupfen. Alles beim Alten, nur das ich jetzt die Boxen aus Pappe kaufe und nicht mehr die Plastikpackungen mit den kleinen Plastikpackungen drin.
  • Mülltüten – alles beim Alten.
  • Wimperntusche – alles beim Alten.

Diese Nachhaltigkeit ist schon ein Hobby. Durch das Aufräumen und dem damit verbundenen Prioritätenshift habe ich allerdings irgendwie mehr Zeit, und damit auch mehr Zeit, mich mit Nachhaltigkeit, plastikfrei und bewusstem Einkaufen zu beschäftigen. Es könnte schlimmer sein. Wie Christoph Schulz schreibt:

„Ja, wir könnten jetzt anfangen, Plastikmüll zu vermeiden. Aber wenn Forscher dann in 20 Jahren herausfinden, dass Mikroplastik in unserem Essen ungefährlich für uns ist, dann hätten wir völlig umsonst dafür gesorgt, dass unsere Flüsse und Meere sauber sind, Tiere nicht mehr durch umhertreibende Plastikteile verenden und weniger Menschen qualvoll an Krebs sterben. Oh ja – da würden wir uns aber ganz schön ärgern. Ironie aus.“ – Plastikfrei für Einsteiger, S. 42.

*Ich habe das Shampoo jetzt ausprobiert. Es ist wie normales Shampoo, wie man es kennt. Schäumt nicht so sehr, aber mir reichts. Haare sind wie immer. Mal sehen, wie lange es reicht, aber da ich mir die Haare ca. 2x die Woche wasche, wohl eine Weile. Ich bleibe wohl dabei!